Mit Temperament bolzen

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Temperamentsbolzen im Training: Springt der Funke von Grafite (l.) auch auf das heutige VfL-Spiel gegen Stuttgart über?

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Grafites Gift-Grätsche: Ein Sinnbild für geläuterte Wölfe? Das Trainings-Temperament vor dem wichtigen Heimspiel heute gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr) lässt zumindest darauf hoffen, dass der VfL Wolfsburg Dieter Hoeneß‘ Wink mit dem Zaunpfahl verstanden hat.

Bei der Pokal-Pflichtaufgabe in Hamburg (3:1) hatte sich die Kabinen-Predigt des VfL-Managers zumindest spielerisch nur marginal ausgewirkt. In den Trainingstagen danach aber sprühten durchaus die Funken. Grafite etwa senste am Donnerstag Peter Pekarik um, anschließend gab’s Diskussionen. Wolfsburgs Coach Steve McClaren registrierte die Bissigkeit mit Wohlwollen. "Ich mag es intensiv und kämpferisch. Grundsätzlich spielst du, wie du trainierst und trainierst wie du spielst." Mit Temperament bolzen: Das wünsche er sich auch heute gegen Stuttgart. Denn wie sagte Adi Preißler einst so schön: "Entscheidend is aufm Platz!" Durchhalteparolen zählen nicht mehr. Nur noch Ergebnisse. Grafite traf nicht nur seinen Teamkollegen, sondern auch den Nagel auf den Kopf: "Es gibt keine Wahl: Wir müssen gewinnen." Ansonsten steht den Wölfen und auch McClaren – bisher von Manager und Spielern als Schuldiger für die Misere ausgeklammert – ein ungemütlicher Herbst ins Haus. Trotz der Nähe zur Abstiegszone schaut Wolfsburgs Trainer aber lieber in die andere Richtung. Bis zu Platz drei seien es nur zwei Siege. "Nur sechs Punkte, aber zehn Plätze Unterschied – das zeigt, wie eng die Liga beisammen ist", sagt McClaren. Mit einer kleinen Serie könne der VfL viel bewegen. Der Coach: "Wir wissen, dass wir dazu imstande sind. Nur müssen wir gegen Stuttgart auch damit beginnen." Sehr wohl weiß der 49-Jährige aber auch, dass der VfB langsam erwacht. "Wenn man sich ansieht, welche Spieler im Kader stehen, dann musste das irgendwann passieren." Der endgültige Durchbruch soll heute aber seinem VfL gelingen. Und das vermutlich weiter ohne Diego Benaglio. Der Keeper macht zwar Fortschritte. McClaren: "Aber grundsätzlich ist er sehr fraglich."

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