Fußball – Bundesliga: Nächstes glanzloses 2:0 / VfL Sechster

Stuttgart verteilt artig Geschenke an Wölfe

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Die zwei Protagonisten des Abends: Josuha Guilavogui köpft völlig unbedrängt zum 1:0 für den VfL Wolfsburg ein (Bild oben), unten schreit Wout Weghorst die Freude über sein 2:0 raus.

Wolfsburg. Der Rauschebart fehlte, ansonsten erinnerten die Männer in Rot-Weiß doch an den berühmtesten Schlittenfahrer der Welt: Die Spieler des VfB Stuttgart schlüpften gestern Abend ins Weihnachtsmann-Kostüm und verteilten vorzeitig Geschenke an den VfL Wolfsburg.

Dieser setzte seinen Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga durch einen glanzlosen 2:0 (2:0)-Sieg fort und sprang zumindest für eine Nacht auf einen Europa League-Platz!

VfL-Trainer Bruno Labbadia konnte wieder auf dieselben elf Grün-Weißen setzen, die im Heimspiel zuvor ein 2:2 gegen Hoffenheim eingetütet hattet. Sprich: Schaltzentrale Admir Mehmedi und Linksverteidiger Jerome Roussillon meldeten sich zurück aus dem Krankenstand.

Und die Rückkehr des Franzosen erwies sich nach zehn Minuten bereits als vorteilhaft, den mit seinem scharfen Rückpass löste er das erste Uuuh im Rund aus – VfB-Keeper Ron-Robert Zieler wischte Maximilian Arnolds Strich noch mit den Fingerkuppen über die Latte.

Wobei die Partie in der Anfangsphase ansonsten noch auffällig nach Struktur rang. Oft sprang das Leder wie eine Flipperkugel zwischen beiden Teams hin und her. Ein Fehlpass-Festival, häufig im Spielaufbau. Und dann wurde den VfL-Anhängern kurz vor Weihnachten doch warm ums Herz: Erst wünschte die Nordkurve dem Ex-Wolf Christian Gentner nach dem tragischen Tod seines Vaters am Samstag zuvor im Spiel gegen Berlin per Banner viel Kraft, dann nickte Josuha Guilavogui – sträflich ungedeckt – einen Freistoß von Arnold zur Führung ein (24.).

Allerdings kein Heilmittel gegen das große Missverständnis, das die erste Halbzeit überwiegend bildete. Besonders Stuttgart enttäuschte auf ganzer Linie, kam nur zu einer nennenswerten Szene durch Chadrac Akolo (37.). Symptomatisch dann die Entstehung des unverhofften Geschenks zum 2:0 noch vor der Pause: Wout Weghorst nutzte den Blackout-Pass von Santiago Ascacibar schamlos aus (44.).

Logisch: VfB-Trainer Markus Weinzierl sah sich früh zum Durchgreifen gezwungen, brachte mit Erik Thommy und dem nächsten Ex-Wolfsburger Daniel Didavi frische Offensivkräfte. Die Wirkung? Gleich null. Es lief weiter wenig bis gar nichts bei den Schwaben zusammen, die sich wie ein Abstiegskandidat präsentierten und durch den Sensationssieg von Fortuna Düsseldorf über Herbstmeister Borussia Dortmund zurück auf den Relegationsrang rutschten.

Und der VfL? Zeigte punktuell blitzgescheite Kombinationen, tat aber ebenfalls nicht mehr als nötig, um den Vorsprung zu verwalten. Beispielhaft Yannick Gerhardt, der eine Direktabnahme ins Nirgendwo beförderte (74.) und es so verpasste, den Sack von Santa Claus endgültig zuzuschnüren. So musste hier und da der Atem angehalten werden bei unpräzisen Aktionen. Letztlich ohne Folgen gegen absolut harmlose Stuttgarter.

Labbadia war happy: „Wir wollten uns vor heimischem Publikum mit einem Sieg verabschieden. Eine tolle Choreographie von den Fans, das war schon Gänsehautfeeling.“

Von Ingo Barrenscheen

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