VfL stürzt in die Krise: McClaren "wütend"

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Das darf doch alles nicht wahr sein: Wolfsburgs Trainer Steve McClaren war nach dem miserablen Auftritt seiner Elf in Nürnberg und der 1:2-Niederlage restlos bedient.

dpa Nürnberg. Der Hals von Trainer Steve McClaren schwoll auf Kragenweite XXL. Der Engländer war "sehr enttäuscht und sehr wütend" nach der 1:2-Pleite des VfL Wolfsburg bei der neuen Heimmacht 1. FC Nürnberg. Seiner erneut versagenden Star-Truppe warf er mangelhaftes Teamwork vor.

McClaren war nach dem Absturz ins Mittelmaß "enttäuscht und wütend" und stellte fest: "Als Team gewinnt man Fußballspiele. Wir haben nicht als Team verteidigt." Die Nürnberger zeigten eine couragierte Leistung, verdienten sich mit Einsatz, Kampf und Tempo-Fußball nach vorne den dritten Heimsieg in Serie. Ilkay Gündogan (11.) und Mike Frantz (63.) erzielten vor 40 127 Zuschauern die Tore für die Franken. "Jetzt muss sich etwas ändern, so kann es nicht weitergehen", fluchte McClaren. VfL-Torjäger Grafite (28.) sorgte mit seinem sechsten Saisontor für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich der Wolfsburger, die mit nur zehn Punkten aus neun Spielen in der Tabelle hinter Nürnberg (12) auf Platz 13 abrutschten. "Zehn Punkte und Platz 13 sind eine Katastrophe", sagte Grafite, der in einige heikle Zweikämpfe verwickelt war. Bei den "Wölfen" konnte Spielmacher Diego nur wenige Akzente setzen. Entscheidend war aber das schwache Defensivverhalten. "Man kann nicht gewinnen, wenn man zu viele Tore kassiert. Das müssen wir dringend abstellen", fluchte McClaren, der oft wild gestikulierend am Spielfeldrand auftauchte: "Wir werden einiges ändern müssen." Dabei hatte er dem Verlierer-Team der Vorwoche die Chance zur Wiedergutmachung gegeben. Doch bevor der VfL ins Spiel fand, lag er schon hinten. Hasebe verlor im eigenen Strafraum schlafmützig den Ball an FCN-Angreifer Julian Schieber. Dieser bediente Gündogan, der platziert ins rechte Eck schoss. Nach dem Rückstand kamen die Gäste besser ins Spiel. Das Sturmduo Edin Dzeko und Grafite sorgte für Gefahr. Der Brasilianer war nach einem feinen Angriff über Diego und Marcel Schäfer erfolgreich, als er den Ball geschickt ins Tor spitzelte. "Aber in der zweiten Halbzeit hatten wir keine Chance mehr", kommentierte Grafite. Nürnberg agierte entschlossener. Mit schnell und direkt vorgetragenen Angriffen waren die Franken gefährlich. Beim 2:1, das Frantz erzielte, war erneut Schieber mit energischem Einsatz und Übersicht der Vorbereiter. Das trug dem vom VfB Stuttgart ausgeliehenen Angreifer "ein Sonderlob" des Trainers ein: "Was Julian vorne alleine leistet, ist richtig gut", sagte Dieter Hecking. In der 77. Minute hätte sich Schieber für seinen großen Einsatz fast mit einem Kopfballtor zum 3:1 belohnt. Stattdessen gab es für den "Club" noch eine Schrecksekunde, als Dzeko in der Nachspielzeit ins Nürnberger Tor traf, aber der Schiedsrichter eine Abseitsposition erkannte. "Zum Glück hat der Linienrichter gewunken", kommentierte Nürnbergs Kapitän Andreas Wolf erleichtert.

Das Spiel im Stenogramm:

1. FC Nürnberg: Schäfer – Judt, Nilsson, Wolf, Pinola – Simons, Hegeler – Ekici (87. Cohen), Gündogan (90. Mintal), Frantz (81. Eigler) - Schieber.

VfL Wolfsburg: Hitz – Riether, Kjær, Barzagli, Schäfer – Josuè (77. Madlung) – Hasebe (59. Dejagah), Kahlenberg (77. Mandzukic) - Diego – Grafite, Dzeko.

Tore: 1:0 Gündogan (11.), 1:1 Grafite (28.), 2:1 Frantz (63.).

Gelbe Karten: Cohen / Josuè, Grafite, Kjaer

Zuschauer: 40.127

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

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