Fußball – DFB-Pokal, 2. Runde: Wolfsburg in Heidenheim

Stolperfalle! Ismael fordert „Kampfanzug“

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Er weiß, wie es geht: Marcel Schäfer (l.) gewann 2014 mit den Wölfen in der zweiten DFB-Pokal-Runde gegen den 1. FC Heidenheim (Marc Schnatterer). Nun kommt es zur Neuauflage.

Wolfsburg. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Auch für den VfL Wolfsburg? Zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte treffen die Wölfe am heutigen Mittwoch (18. 30 Uhr) im DFB-Pokal auf den aufstrebenden 1. FC Heidenheim.

Ohne Frage eine Stolperfalle für die krisengeschüttelten Grün-Weißen.

„Jetzt gibt es keine Ausreden mehr.“ Dieser Satz stammt nach dem neuerlichen Nackenschlag zuletzt in der Liga beim SV Darmstadt 98 (1:3) von Luiz Gustavo. Jenem VfL-Spieler, der beim zurückliegenden Duell mit Heidenheim vor gut zwei Jahren mit seinem Doppelpack den letztendlichen 4:1-Sieg sicherstellte. Am Ende dieser Saison gewann Wolfsburg den DFB-Pokal. Gefühlt eine Ewigkeit her in Anbetracht der aktuellen Schieflage. Stand jetzt würde es das Duell zwischen dem FCH und VfL am Ende dieser Spielzeit noch einmal geben – in der Relegation...

„Wir dürfen aufgrund der letzten Wochen nicht in Panik verfallen. Rückschläge muss man immer verkraften, aber dabei immer vorausschauen“, denkt Wolfsburgs Interimscoach Valerien Ismael positiv. Für ihn hat der Cup-Auftritt in Baden-Württemberg auch persönlich eine enorme Bedeutung: Fliegt der Favorit, dürften auch Ismaels Tage auf der Kommandobrücke der Profis gleich wieder gezählt sein. Das weiß auch Ismael: „Wir müssen jetzt Ergebnisse liefern. Damit wollen wir in Heidenheim anfangen.“

Allerdings wartet auf das niedersächsische Sorgenkind eine höchst unangenehme Aufgabe. Der FCH hat sich kontinuierlich im Profi-Fußball einen Namen gemacht, klopft unter Trainer-Dauerbrenner Frank Schmidt (seit 2007 im Amt!) nun sogar an die Tür zur ersten Liga! Kein Wunder, dass die Heidenheimer Himmelsstürmer um Symbolfigur Marc Schnatterer heute an ihre Chance glauben. „Ich glaube schon, dass wir das Selbstbewusstsein haben, dass wir an einem guten Tag Wolfsburg besiegen können. Was wir brauchen, ist ein Pokalfight“, so Schmidts Kampfansage.

Das deckt sich mit der Prognose von Ismael. Er rechnet mit erbitterter Gegenwehr des Underdogs. Der VfL-Coach fordert: „In unserer Situation ist es vielleicht auch das Richtige, den Kampfanzug anzuziehen.“ Manager Klaus Allofs ahnt ebenfalls: „Das Spiel wird kein Spaziergang.“

Beim Unternehmen Befreiungsschlag statt Blamage muss Wolfsburg auf Nationalspieler Julian Draxler verzichten: Der Mittelfeldmotor fällt aufgrund einer Sprunggelenks-Verletzung ebenso aus wie Christian Träsch (krank).

Von Ingo Barrenscheen

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