Später Silberstreif am Halbfinal-Horizont

Schlag ein! Der Last-Minute-Treffer zum 2:1 von Alexander Madlung (l., hier mit Zvjezdan Misimovic und Sascha Riether) wahrte die Halbfinal-Chancen des VfL Wolfsburg.

London - Von Ingo Barrenscheen. Nach 88 Minuten im Craven Cottage piekste der FC Fulham schon einmal mit einer Nadel in Wolfsburgs Traum-Blase vom Halbfinale. Doch sie ist noch nicht geplatzt. Denn eine Zeigerumdrehung später hielt Alexander Madlung die Hoffnung des VfL in der Europa League am Leben.

Das Viertelfinal-Hinspiel mit 1:2 (0:0) verloren, die Zuversicht aber nicht. Madlungs Last-Minute-Treffer in West-London bedeutete für die Wölfe einen Silberstreif am Horizont. Das dringend benötigte Auswärtstor! "Das war Gold wert", atmete Manager Dieter Hoeneß nach dem Kopfball-Torpedo mitten ins Herz der Engländer auf. Eine 0:2-Bürde hätte im Rückspiel am kommenden Donnerstag wie eine Zentnerlast auf den Schultern der Wolfsburger gedrückt. So aber keimt das Prinzip Hoffnung. Über den eher enttäuschenden Auftritt des deutschen Meisters beim Premier League-Zwölften vermochte der späte Lichtblick aber nur bedingt hinwegzutäuschen. Die elektrisierende Europapokal-Stimmung in der urigen Heimspielstätte Fulhams vor gut 22 000 Zuschauern setzte den VfLer nicht gerade unter Starkstrom. Zwar hielten sie die heimstarken Cottagers eine halbe Stunde lang vom eigenen Tor weg, entwickelten selbst aber keinerlei Zugkraft Richtung Mark Schwarzer im FC-Tor. Nach und nach erhöhte Juve-Bezwinger Fulham die Drehzahl, ließen aber gute Gelegenheiten liegen. Zum Glück für die Wölfe stand es noch 0:0. "In der ersten Halbzeit hat der Druck gefehlt, wir haben die Torgefahr vermissen lassen", analysierte Interimscoach Lorenz-Günther Köstner. "Der Gegner hat auf unsere Fehler gewartet, und wir haben sie gemacht." Bestraft wurden sie jedoch erst im Abschnitt zwei. Mitten hinein in eine aufflackernde Angriffsphase – Edin Dzeko und Grafite ließen Chancen aus – kassierten die Gäste durch dilettantisches Defensivverhalten gleich zwei Nackenschläge durch Fulhams Führungsfiguren Bobby Zamora (59.) und Damian Duff (63.). "Eigentlich hätten wir in Führung gehen müssen, statt dessen aber haben wir Fulham zwei Tore geschenkt", haderte Köstner. Wolfsburgs Widerstand schien zu verpuffen, doch dann erledigte Madlung doch noch die Arbeit der weitestgehend abgemeldeten Wolfsburger Offensive. "Gottseidank ist das Tor noch gefallen", meinte Hoeneß. "Es zeichnet die Mannschaft aus, dass sie Rückschläge wegstecken kann."

Spiel-Stenogramm:

FC Fulham: Schwarzer – S. Davies, A. Hughes, Hangeland, Konchesky – Duff, Murphy (87. Baird), Etuhu, Dempsey – Gera - Zamora

VfL Wolfsburg: Benaglio (Note 3) – Pekarik (4/74. Martins), Barzagli (5), Madlung (4), Schäfer (4) – Josué (4) – Riether (4), Gentner (4/84. Dejagah) - Misimovic (5) – Grafite (5), Dzeko (3)

Tore: 1:0 Zamora (59.), 2:0 Duff (63.), 2:1 Madlung (89.)

Gelbe Karten: Zamora / Madlung

Zuschauer: 25.000

Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien)

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