„Sinnvoll“: VfL kündigt Dauerkarten-Schwänzern

„Sinnvoll“: VfL kündigt Dauerkarten-Schwänzern

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Sinnvoll oder nicht? Der VfL kündigt rund 800 Dauerkarten-Besitzern, die nicht oft genug im Stadion waren.

ib Wolfsburg. Die einen sagen: Richtig so! Die anderen wettern: Wie können die nur ausgerechnet in dieser sportlich prekären Situation und einer selten ausverkauften Arena ihre Anhänger verprellen!? Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg fährt weiter seine strikte Linie und wird gut 800 Dauerkarten-Inhabern gemäß der „10 Spiele-Regelung“ fristgerecht kündigen. Was selbstverständlich wieder einmal ein geteiltes Fan-Echo im Internet hervorruft.

Wer seine Dauerkarte bisher nur bei fünf oder wenigen Heimspielen in der VW-Arena benutzt hat, erhält bis zum 15. April einen blauen Brief von den Grün-Weißen. In Härtefällen macht der VfL freiwillig eine Ausnahme. Diese Vorgehensweise bei der Vergabe der Saisontickets war 2015 auch auf ausdrücklichen Wunsch der offiziellen Fanclubs ins Leben gerufen worden. Um zu gewährleisten, dass Dauerkarten-Inhaber den VfL permanent unterstützen und keine Plätze blockieren, um sich die Rosinen im Laufe der Saison rauszupicken. Selbstverständlich können die betroffenen Dauerkarteninhaber zum Start der freien Verkaufsphase wieder eine oder mehrere Dauerkarten erwerben, teilte der Verein mit. Dabei besteht jedoch keine Garantie auf den Wiedererwerb des bestehenden Sitzplatzes.

„Unabhängig von unserer derzeitigen Lage, fällt es uns natürlich nie leicht, jemandem eine Kündigung auszusprechen. Schließlich möchten wir, dass möglichst viele Menschen oft und gerne zu uns kommen“, erklärte VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher. „Der VfL Wolfsburg hat die mit Abstand günstigsten Dauerkarten und auch günstigsten Tageskarten in der Bundesliga, weil wir der festen Überzeugung sind, dass der Besuch eines VfL-Spiels für jeden bezahlbar bleiben muss. Wenn unsere Preispolitik aber dazu geführt hat, dass Dauerkarten, insbesondere in der Nordkurve, nur bei einigen ausgewählten Heimspielen genutzt werden, der Platz ansonsten aber leer bleibt, brauchen wir einfach Wege, diese Ungerechtigkeit gegenüber anderen Fans zu beheben.“

Ganz meine Meinung, sagt Sören Henke, Vorsitzender des Fanclubs Meilenwölfe. Er kann die Aufregung nicht verstehen, immerhin seien die Rahmenbedingungen schon hinlänglich bekannt. „Wir waren damals aktiv daran beteiligt, als die Quote eingeführt wurde – für mich persönlich hätte sie noch engmaschiger gesetzt werden müssen.“ Jeder Dauerkarten-Inhaber hätte immerhin auch die Möglichkeit, seinen Platz in die Ticketbörse zu stellen, wenn er selbst nicht ins Stadion kann. „Selbst wenn ihm keiner die Karte abnimmt, gilt das Spiel dann als besucht. Wer das dann nicht hinkriegt, den will ich im Stadion auch nicht haben.“ Die Quote ist für Henke „eine sinnvolle Lösung“, um etwa auch der jüngeren Generation die Tür in die Nordkurve zu öffnen und Gelegenheits-Besucher aus diesem Stimmungsbereich zu verbannen.

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