Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg muss morgen im Derby gegen Hannover auf Uduokhai verzichten

Sinneswandel durch Alarmglocken?

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Den Blick zurück müssen derzeit eher die Wölfe als die Roten werfen. Divock Origi (l.) droht für das Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 (Waldemar Anton) auszufallen.

Wolfsburg. Personell, so viel ist klar, wird der VfL Wolfsburg am morgigen Sonntag im Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 (18 Uhr) einen Wandlungs-Prozess vollziehen. Josuha Guilavogui und Landry Dimata sind gesperrt, Felix Uduokhai (Patellasehnenreizung) muss verletzungsbedingt passen. Mindestens also drei Änderungen in der Startelf gegenüber dem Frankfurt-Flop (1:3).

Bleibt nur abzuwarten, ob darüber hinaus auch der Geist ins Rotieren gerät.

Zumindest unter der Woche machte Trainer Martin Schmidt positive Signale für einen Sinneswandel aus. „Die Mannschaft hat sehr gut und intensiv trainiert. Sie weiß um die große Aufgabe, die sie aus dem Frankfurt-Spiel mitgenommen hat.“ Man könnte auch sagen: den schweren Rucksack. In Adi-Preißler-Gedächtnismanier („Entscheidend is auf’m Platz...“) forderte der Leitwolf seine Mannen dazu auf, den Trainingseindruck morgen zu untermauern. „Wir müssen eine andere Haltung auf den Platz bringen.“

Denn nicht nur bei Manager Olaf Rebbe sind die „Alarmglocken angestellt“. Es könnte wieder eine heikle Saison werden. Die drei kommenden Spiele gegen Hannover, Stuttgart und Bremen sind richtungsweisend. Das weiß auch Rebbe. „Wir wissen, dass jetzt wichtige Wochen kommen, in denen man Big Points einfahren kann. Das sind Spiele, in denen man die Richtung festlegt, in die die Saison läuft.“ Schmidt stellt sich auf einen „harten Kampf“ ein, mahnt zur Ruhe. „Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.“

Dem Coach ist nicht bange, dass gegen 96 gleich sechs Kräfte ersetzt werden müssen. „Andere Spieler packen im Training noch etwas drauf“, bekräftigte der Mann mit der langen Mähne. „Es gibt Gerangel um die freien Plätze.“ Erste Anwärter auf die freigewordene Position in der Innenverteidigung seien Jeffrey Bruma und Robin Knoche. Uduokhai („Felix bleibt in der Reha“) fällt gegen 96 definitiv aus – ob sogar noch längerfristig, werden weitere Untersuchungen ergeben. Womöglich wird auch Divock Origi (Grippe) bis zum Prestige-Duell nicht rechtzeitig fit. Seinen Platz würde wohl Victor Osimhen einnehmen.

Im Vorfeld bekam Wolfsburgs Übungsleiter von einer Derby-Stimmung nichts mit – die eigenen Probleme beschäftigen ihn zur Genüge. Morgen darf das gerne anders sein, betonte Schmidt: „Es soll auf dem Platz bei den Spielern schon so ankommen, dass es etwas Besonderes ist.“ Mit einem Dreier gegen den Erzrivalen könnte der VfL nicht nur in der Tabelle, sondern auch bei den Fans Kredit zurückgewinnen.

Von Ingo Barrenscheen

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