Seid ihr denn bekloppt!?

+
Verkehrte Welt in Wolfsburg: Die Wölfe um Spielmacher Diego spielten Champions League-Finalist Dortmund zeitweise an die Wand, mussten sich nach einer tubulenten Schlussphase nur mit einem Punkt zufrieden geben.

Wolfsburg - Von Matthias Jansen. Faszinierend und völlig verrückt! Die Fußballer des VfL Wolfsburg begeisterten im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison zunächst die meisten der 30 000 Zuschauer in der ausverkauften VW-Arena und verabschiedeten die Fans nach dem 3:3 (3:1) gegen Borussia Dortmund doch mit einer Enttäuschung in die bevorstehende Sommerpause.

Seid ihr denn bekloppt!? Wird sich nicht nur BVB-Trainer Jürgen Klopp nach diesen 90 Minuten gedacht haben. Wolfsburg und Dortmund fielen über weite Strecken des Spiels aus den Rollen, die nach dem bisherigen Saisonverlauf den Teams zugedacht waren.

Die Wölfe zeigten sich vom frühen 0:1 durch Sven Bender (5.) unbeeindruckt, spielten sich zeitweise in einen Rausch und hätten zur Pause höher als 3:1 führen müssen. Ex-Borusse Ivan Perisic (14., 23.) und Naldo (26.) trafen.

Das Spitzenteam aus Westfalen, eines Champions League-Finalisten lange Zeit nicht würdig, kam erst spät auf Touren, rettete dank der individuellen Klasse und Marco Reus (84., 88.) noch ein Unentschieden.

„Ich denke, alle im Stadion haben ein richtig gutes Spiel gesehen. Meine Mannschaft hat ganz, ganz viel richtig gemacht – aber leider den Sack nicht zugemacht. Am Ende bin ich ein wenig enttäuscht. Eigentlich müssen wir das 3:2 über die Zeit bringen“, ärgerte sich VfL-Trainer Dieter Hecking ein wenig über das Remis.

BVB-Coach Klopp war nach dem erfolgreichen Endspurt seines lange enttäuschenden Teams zufriedener mit dem Ergebnis. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, meinte der Dortmunder Trainer, der seinem Team vorwarf, nach dem guten Start extrem nachgelassen zu haben. „Unser Problem war Passivität – bei eigenem und bei gegnerischem Ballbesitz“, meckerte Klopp.

Das erste Saisontor von Bender, der nach einem Freistoß von Ilkay Gündogan aus kurzer Distanz traf, entfachte kein Dortmunder Offensivfeuerwerk. Der BVB wirkte gehemmt. Erst recht, als die Wölfe durch Perisic ausglichen. Wie im Training hebelten Makoto Hasebe und Ivica Olic die Gäste-Abwehr auseinander. Perisic musste aus kurzer Distanz nur einschieben.

Glück hatten die Hausherren bei den Treffern zwei und drei: Einen Schuss von Perisic fälschte Diego zum 2:1 ab, Naldo durfte unbedrängt zum dritten Wolfsburger Treffer einnetzen. Drei Treffer in zwölf Minuten: Die VW-Arena stand Kopf. BVB-Verteidiger Felipe Santana (38.) hätte mit einem Kopfball an den eigenen Pfosten fast für die Entscheidung gesorgt.

In der Pause reagierte Klopp, brachte mit Jakub Blaszczykowski und Julian Schieber zwei neue Offensivspieler. Die besseren Chancen hatten aber die Wölfe. Jan Polak (57.), Perisic (67.) und Vieirinha (72.) hätten den Vorsprung bei Kontern noch ausbauen können.

Als kaum jemand damit rechnete, schlug Reus zweimal zu – 3:3. Kaum jemand. Doch! VfL-Idol Roy Präger hatte ein 3:3 getippt. Aber der Blondschopf war schon als Spieler immer verückter als andere.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare