Fußball – Europa League: Wölfe passen sich der Atmosphäre an / Casteels: „Waren zu passiv“

„Sehr komisch“: Arnolds Sehnsucht nach Normalität

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Am Boden zerstört: Wolfsburgs Elfmeter-Fehlschütze Wout Weghorst (M.) und Maximilian Arnold.

Wolfsburg – Selbstverständlich war die Enttäuschung groß, die Stimmung geknickt bei den Fußball-Profis des VfL Wolfsburg.

Ob es an der Stecknadel-Stimmung in der VW-Arena lag, dass auch die Wölfe über weite Teile des Europa League-Hinspiels gegen Schachtar Donezk lethargisch wirkten, sei dahingestellt. In jedem Fall hatten sie sich Teil eins des Kräftemessens mit dem ukrainischen Ausnahmeteam ganz anders ausgemalt.

„Wir haben uns schwer getan das ganze Spiel. Dann kommen wir auf 1:1 ran, sind eigentlich gut ins Spiel. Daher ist die Niederlage enttäuschend und ganz bitter“, seufzte die tragische Figur Wout Weghorst, der die Riesenchance zum schmeichelhaften Ausgleich mit einem vergebenen Handelfmeter vergeben hatte.

Sein Teamkollege Koen Casteels wiederum hatte zuvor seinerseits einen Handelfmeter pariert. Letztlich kein Weckruf. „Die ersten zehn Minuten waren noch okay, danach waren wir zu passiv, haben Schachtar einfach spielen lassen, sind nicht wirklich an 100 Prozent rangekommen.“ So retteten sich die Grün-Weißen trotz des vergebenen Strafstoßes mit Glück nur mit 0:1 in die Halbzeitpause.

„Der Unterschied in der zweiten Halbzeit war die Effizienz. Wir haben die Chancen nicht gemacht, Schachtar war wach und da, um den zweiten Ball reinzumachen“, zeigte Casteels den Unterschied auf. Und mit Blick auf die Ausgangssituation für ein potentielles Rückspiel gab er zu: „Wir müssen nicht drumherum reden, sie ist nicht gut. Wir werden sehr aggressiv sein müssen, um noch eine Chance zu haben weiterzukommen.“

Derweil erklärte Josip Brekalo, dass die Geisterkulisse „schwierig für den Kopf“ und „ein bisschen verrückt“ gewesen sei. „Vielleicht war das auch ein Vorteil für Schachtar, weil sie in der ukrainischen Liga weniger Zuschauer haben.“ Die VfL-Spieler hätten schon verfolgt, dass sich tagsüber die Ereignisse wegen des Corona-Virus im Sport überschlagen hätten.

VfL-Cheftrainer Oliver Glasner war „sehr enttäuscht“ über die 1:2-Pleite. „Ich denke, es hätte nicht sein müssen. Donezk hat in Hälfte zwei eine einzige Aktion ausgereicht, um das Spiel zu gewinnen. Je weiter du kommst, umso wichtiger werden die Details. In diesen Details war Donezk halt besser...“ Auch er hätte sich eine andere Atmosphäre gewünscht. „Ein Achtelfinale in der Europa League hat etwas anderes verdient. Aber es ist halt gerade die Zeit.“

Ähnlich sah es Mittelfeldspieler Maximilian Arnold: „Es war sehr komisch und heißt ja nicht umsonst Geisterspiel. Ich warte sehnsüchtig auf den Tag, an dem die Fans zurück sind. Das macht schon Fußball aus, die Emotionen und Leidenschaft, mit denen man die zweite Luft bekommt. Aber es ist unser Job, egal welche Situation gerade herrscht, unsere Leistung abzuliefern. Das ist uns leider nicht so gelungen.“ ib

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