Fußball – Bundesliga: VfL nur 1:1, Schlager und Casteels verletzt

Ein schwerer Schlag(er)

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Der frühe Schock: 15 Millionen-Mann Xaver Schlager muss mit einer Trage vom Feld gehievt werden. Noch während der Paderborn-Partie gab es die bittere Diagnose – Knöchelbruch, viele Monate Pause... 

Wolfsburg – Welcher Bruch wohl schlimmer war!? Der Knacks der Siegesserie, verknüpft mit dem verpassten Startrekord in der Fußball-Bundesliga? Wohl doch eher die fürchterliche Fraktur bei Xaver Schlager! Für den VfL Wolfsburg verlief der Sonnabend doppelt, nein dreifach schmerzvoll.

Das 1:1-Remis gegen den frechen Neuling SC Paderborn geriet praktisch zur Randerscheinung, beklagten die Wölfe doch nicht nur den Langzeit-Ausfall ihres Import-Schlager(s) aus Österreich, sondern on top auch noch die Verletzung von Stammkeeper Koen Casteels!

Schlager, der Königs-Transfer der Sommerpause, musste nach nur zehn Minuten auf einer Trage vom Feld transportiert werden, nachdem er bei einer Chance unglücklich im Rasen der VW-Arena hängen geblieben war. Keine Stunde nach Spielende sickerte dann die Hiobsbotschaft durch. Schlager hat sich den Knöchel gebrochen!

Dementsprechend bedient war sein Landsmann und Coach Oliver Glasner. „Das ist sehr bitter für ihn und für uns“, sagte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner. „Heute bin ich sehr traurig, weil ich sehr ungern einen wichtigen Spieler durch eine schwere Verletzung verliere. Ich habe mit dem Arzt gesprochen. Er muss operiert werden und ich denke, dass der Herbst für ihn gelaufen ist...“ Zu diesem Zeitpunkt wusste Glasner noch nichts von der zusätzlichen Zwangspause für Casteels: Dieser zog sich bei einem Foul von Gerrit Holtmann einen Haarriss im rechten Wadenbein zu. Um eine OP kommt der Belgier zwar herum, musste aber die beiden EM-Quali-Spiele absagen und könnte auch den Wölfen in den nächsten Matches fehlen.

Wie wichtig Schlager mit seiner Dynamik und seiner Laufstärke bereits nach wenigen Wochen für das Spiel der Grün-Weißen geworden ist, zeigte sich nach dem frühen Schock-Moment. Denn in der Anfangsphase schienen die Wolfsburger den bislang so mutigen Aufsteiger aus Ostwestfalen geradezu auffressen zu wollen. Das Heimteam begann mit viel Tempo und Druck. Bis eben zur verhängnisvollen Szene. Es folgte unmittelbar die nächste kalte Dusche an einem brandheißen Tag: Cauly Oliveira Souza netzte knallhart zum Paderborner Paukenschlag ein (12.). Das hatte gesessen!

Der Favorit lief lange Zeit nicht mehr rund. Das bemerkte auch Glasner. „Wir waren sehr, sehr gut im Spiel – und auf einmal haben wir eine schwere Verletzung und liegen 0:1 hinten. Für uns war es ein extrem schwieriges Spiel.“ Das nur kurz nach dem Ausgleich durch Josip Brekalo (56.) zu kippen schien. Eher ein Wolfsburger Strohfeuer. Die gefährlicheren Szenen beschwor der SCP herauf. Zweimal reagierte Casteels glänzend gegen Sven Michel, bewahrte die Wölfe vor dem nächsten Nackenschlag. Erst in der Nachspielzeit hätte der eingewechselte Felix Klaus doch noch für ein Happy End sorgen können, vergab die Riesenchance.

Glasner nahm den Rückschlag locker: „Wir können auch mit sieben Punkten aus drei Spielen gut leben. Die Richtung stimmt.“ Schlimmer wiegt das Schlager-Aus. Einen Ersatz wird der VfL kaum noch verpflichten, heute schließt das Transferfenster. Glasner bekräftigte: „Im Prinzip ist der Kader groß genug und gut genug aufgestellt. Wir haben im Mittelfeld genügend Alternativen.“

ib/dpa

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