Schwere Kost: VfL fehlt Leichtigkeit

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Schlussakt eines schwachen Spiels: Die Wolfsburger Diego Benaglio, Ivan Perisic (v.l.) und Daniel Caligiuri (Nummer 7) verhindern den Augsburger Siegtreffer durch Sascha Mölders. Packende Torraumszene wie in dieser Situation blieben Mangelware.

Wolfsburg - von Matthias Jansen. Dem Namen alle Ehre gemacht. Der Verein für Leibesübungen Wolfsburg mühte sich am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen den FC Augsburg zu einem 1:1 (0:1). Ivica Olic (81.) rettete den Wölfen nach dem Rückstand durch Tobias Werner (43.) wenigstens noch einen Punkt.

Die Darbietung, die den 25 645 Zuschauern geboten wurde, erinnerte denn auch eher an quälende Klimmzüge. Fußballerische Finesse war beim Vergleich zweier Europapokalaspiranten fehl am (und auf dem) Platz. „Die Leichtigkeit war nicht da“, analysierte VfL-Trainer Dieter Hecking, dessen Team im vierten Spiel in Serie ohne Sieg blieb.

Die jüngsten Negativerlebnisse waren bei den Hausherren spürbar. Die Wolfsburger, die im Vergleich zum 1:1 in Braunschweig auf fünf Positionen von Hecking verändert worden waren, konzentrierten sich zunächst auf die Absicherung des eigenen Tores. „Wir wollten den Augsburgern für ihr schnelles Umkehrspiel wenig Räume geben. Das ist uns diszipliniert gelungen. Wir haben defensiv so gut wie nichts zu gelassen“, lobte Hecking.

Weil sich auch das Überraschungsteam aus Augsburg – scheinbar von Minute eins – mit dem Unentschieden arrangierte („Wir haben über 90 Minuten eine disziplinierte Auswärtsleistung gezeigt und unser Tor sehr gut verteidigt“, so FCA-Trainer Markus Weinzierl), entwickelte sich auf dem Rasen eine mehr als zähe Angelegenheit.

Viele Stockfehler, Fehlpässe und Missverständnisse prägten das Geschehen. Bezeichnend: Bis zur 40. Minute wurden gerade einmal drei (!) Torschüsse beider Mannschaften in der Statistik vermerkt. Mit dem vierten Versuch gingen die Gäste dann in Führung. „Ein schönes Tor“, grinste Werner. Wobei der Augsburger nicht verschwieg, dass der VfL bei seinem sehenswerten Schlenzer aus 18 Metern tüchtig mitgeholfen hatte. Christian Träsch und Naldo rutschten weg, so dass Werner freie Bahn hatte. „Vermeidbar“, ärgerte sich Hecking. Das 0:1 zuviel für die VfL-Fans, die die Wölfe mit Pfiffen in die Halbzeit verabschiedeten.

Viel besser wurde es auch in der zweiten Halbzeit nicht. Zwar hatte Hecking in der Pause „ein, zwei Sachen“ angesprochen. Chancen blieben aber Mangelware. Selbst der Ausgleich durch Olic war keine wirkliche Möglichkeit. Ricardo Rodriguez flankte aus dem Halbfeld und der kroatische Routinier reckte die matten Knochen noch einmal nach oben. Kopfball – 1:1! „Wir haben nicht aufgepasst und nach dem langen Ball schlecht verteidigt“, monierte Weinzierl, dessen Team beinahe noch mehr als einen Zähler mit nach Augsburg genommen hätte.

Nach der Gelb-Roten Karte für Wolfsburgs Kevin de Bruyne (90.+2) vergab der FCA mit einer Dreifach-Chance aus dem Getümmel noch den Sieg. Der wäre letztlich aber auch nicht verdient gewesen.

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