Schwein(i) gehabt

München - Von Arek Marud . Erst drohte ein Debakel, dann blühte ein Auswärtssieg, am Ende ereilte Wolfsburg Riesenpech. Der VfL hat durch ein Gegentor in der Nachspielzeit das erste Saisonspiel beim Auswärts-Angstgegner FC Bayern München mit 2:1 (1:0) verloren.

Die Wölfe zeigten zwei völlig konträre Halbzeiten. Mit neunminütiger Verspätung öffnete sich wegen der Eröffnungszeremonie in der Allianz Arena der Vorhang zur 48. Bundesliga-Saison. Genauso lange dauerte es bis zum ersten Tor der neuen Spielzeit. Nach neun Minuten müllerte es bei den Bayern. WM-Held Thomas Müller brachte den deutschen Meister mit 1:0 in Führung. Nach einem Patzer von Simon Kjaer. Wolfsburgs Innenverteidiger packte nur halbherzig zu, Keeper Diego Benaglio war machtlos. So wie die gesamte VfL-Mannschaft in der Anfangsphase. Das Spielgeschehen spielte sich nahezu komplett in der Wolfsburger Hälfte ab. Den unsicher wirkenden Wölfen fehlte jegliche Entlastung nach vorne, wo Edin Dzeko die einzige Sturmspitze bildete. An seiner Seite standen drei Neuzugänge in der Startelf. Neben Kjaer agierte der zunächst wirkungslose Mario Mandzukic auf dem linken Flügel, Cicero verdrängte als Spielmacher Zvjezdan Misimovic auf der Spielmacher-Position. Arne Friedrich musste wegen Rückenproblemen passen. Auch für Grafite blieb in dem von Trainer Steve McClaren bevorzugten 4-2-3-1-System kein Platz. Dafür sollte Karim Ziani über Rechts für Schwung sorgen. So weit die Theorie. Dem VfL-Auftritt fehlte jegliche Konzeption. Mut- und kraftlos, kaum Gegenwehr geschweige denn Spielwitz gegen die keineswegs WM-müden Bayern. Von wegen uneingespielt nach der kurzen Vorbereitung. Torchancen waren trotz des Übergewichts allerdings rar gesät. McClarens Halbzeitansprache traf den grün-weiß Nerv. Angeführt vom hereingebrachten und überragenden Misimovic (kam für den überforderten Pekarik) wirkten die nun offensiver aufgestellten Gäste wie verwandelt. Fünf Großchancen in zehn Minuten und ein Kopfball-Tor von Dzeko nach einer Ecke, was selten genug vorkommt (55.). Auch hier war Misimovic' Zauberfuß als Vorlagengeber im Spiel. Plötzlich entwickelte sich ein offener und turbulenter Schlagabtausch. Die Bayern schüttelten zwar den Schock zügig ab, doch Wolfsburgs Hintermannschaft bereinigte alle Gefahrensituationen. Zumal Sascha Riether nun gegen Franck Ribéry verteidigte und diesen ausbremste. Mit einer Ausnahme. In der 91. Minute flankte der Franzose scharf nach Innen auf Bastian Schweinsteiger, der aus spitzem Winkel freistehend den 2:1-Siegtreffer erzielte. Da war er wieder, der Bayern-Dusel. "Ein dummes Gegentor", schimpfte Dzeko.

Das Spiel im Stenogramm:

Bayern München: Butt (3) - Lahm (3), van Buyten (4), Badstuber (3), Contento (4) - van Bommel (3), Schweinsteiger (3) - Müller (3), Kroos (3/73. Pranjic), Ribéry (2) - Klose (4/73. Gomez).

VfL Wolfsburg: Benaglio (4) - Pekarik (5/46. Misimovic), Barzagli (2), Kjær (4), Schäfer (4) – Josué (3) – Riether (3), Cicero (4) – Ziani (3/77. Dejagah), Mandzukic (4/88. Grafite) – Dzeko (3).

Tore: 1:0 Müller (9.), 1:1 Dzeko (55.), 2:1 Schweinsteiger (90.+1).

Gelbe Karten: van Bommel / Pekarik, Cicero, Barzagli

Zuschauer: 69000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

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