Fußball – Bundesliga: Dem VfL fehlte der Zehner / Mit Malli im Zentrum lief’s

Schmidts System-Knockout

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Verpokert: Nach dem Ausfall von Daniel Didavi verzichtete Martin Schmidt auf einen Zehner und gab Frankfurt somit viel Raum, um durchs Zentrum aufzubauen.

ct Wolfsburg. Der taktische Plan von Martin Schmidt beim 1:3 gegen Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga darf durchaus als gescheitert betrachtet werden.

Der VfL Wolfsburg verzichtete nach dem kurzfristigen Ausfall von Daniel Didavi ganz auf einen Zehner und ließ seine Formation in einem flachen 4-4-2 agieren. Nany Dimata und Divock Origi bildeten die Doppelspitze und sollten so im Pressing Druck auf die Innenverteidigung der Frankfurter machen. Fast hätte das auch gleich zu Beginn geklappt, doch Yunus Malli verschenkte die beste Gelegenheit der Wölfe (12.). Anschließend blieb Malli, der über rechtsaußen kam, blass.

Zudem konnte Eintrachts Sechser Omar Mascarell schalten und walten wie er wollte, denn weder Origi noch Dimata ließen sich fallen, um den defensiven Mittelfeldmann im Spielaufbau zu stören. Stattdessen baute die Elf vom Main immer wieder unbehelligt durchs Zentrum auf. Ab Mitte der zweiten Halbzeit stellte Schmidt wieder auf das gewohnte 4-2-3-1-System um, Dimata ging auf links, Malli auf die zehn und der eingewechselte Renato Steffen kam über rechts, während Origi die einzige Spitze war.

Nun hatte der VfL besseren Zugriff, zwang die SGE zu weiten Bällen und entlastete die überforderten Maximilian Arnold und Joshua Guilavogui im Zentrum. Resultierend daraus der Freistoß zum Anschlusstreffer. Nach Gelb-Rot für Dimata wurde das funktinierende System jedoch wieder über den Haufen geworfen, sodass die Aufholjagd jäh gestoppt wurde.

Das Spiel ging jedoch bereits im ersten Abschnitt verloren. Die Idee von Schmidt, Frankfurts Dreierkette mit zwei Spitzen von Beginn an unter Druck zu setzen scheiterte daran, dass das Zentrum zu offen war. Im Gegenzug fehlte dem VfL im Spielaufbau eine Anspielmöglichkeit. Origi und Dimata agierten zu häufig auf einer Höhe, holten sich zu selten Bälle ab und machten ein kurzes Aufbauspiel damit unmöglich. Bestes Beispiel dafür war die Entstehung zum 2:0. Casteels fehlten die Anspielstationen, sodass ein weiter Abschlag erfolgte, den Frankfurt umgehend zum Konter nutzte. Arnold sah es übrigens ähnlich: „Gefühlt hatte ich immer vier Spieler gegen mich.“

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