Fußball – Bundesliga: Überraschende Rollenverteilung von Wolfsburgs Coach

Für Schmidt ist Werder Favorit...

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Wer jagt hier wen!? In der Tabelle steht der VfL Wolfsburg vor Werder Bremen (l. Theodor Gebre Selassie), ist laut Trainer Martin Schmidt aber Außenseiter. Yannick Gerhardt fällt verletzt aus.

Bremen. Fußball kann so einfach sein. Zumindest in der (grauen) Theorie. „Wir müssen hinter die Kette kommen“, nennt Trainer Martin Schmidt den Casus knacksus für Torgefahr. Die Praxis beim VfL Wolfsburg derzeit sieht allerdings genau gegenteilig aus.

Uninspiriert! Ideenarm! Planlos!? Null-Kreativität, die beim Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal am Mittwoch auf Schalke die ganze Nation am TV-Bildschirm noch einmal aufs Abendbrot geschmiert bekam. 

Auch der einstige Schafhirte und KFZ-Mechaniker Schmidt hat beim VW-Club noch nicht an den richtigen Schrauben gedreht. Oder, wie seine vielen Vorgänger bereits, seine Schäfchen im Wolfspelz einfach nicht im Griff. Ob der VfL die dringend notwendige Erleuchtung am morgigen Sonntag (18 Uhr) zum Abschluss des 22. Spieltages in der Bundesliga im Sechs-Punkte-Spiel beim SV Werder Bremen hat?.

Bezeichnenderweise manövrierte der Schweizer Coach seine Mannschaft in die Außenseiterrolle. „Werder ist zuletzt in Schwung gekommen. Ganz nüchtern betrachtet sind sie daher durch ihr dominantes und initiatives Herangehen Favorit und wir der Herausforderer.“ Wohl gemerkt: Wolfsburg steht mit 24 Zählern auf Platz 13. Bremen mit 20 Punkten auf Position 15... Aber die Momentaufnahme spricht in der Tat für das Team von der Weser. Wenngleich der SVW sich ebenfalls im Pokal verabschiedete, so zeigte die Riege von Florian Kohfeldt beim 2:4 nach Verlängerung in Leverkusen doch eine ganz andere Leidenschaft und Spielkultur. Beziehungsweise überhaupt eine Spielkultur. Schmidt attestiert dem Abstiegskonkurrenten „Fleißarbeit“ und „Qualität der Spieler, die auf dem Platz stehen“. Dazu noch die „kernige Stimmung“ im Weser-Stadion. Doch der VfL-Coach baut auf seine persönliche Bremen-Bilanz: „In der Vergangenheit konnte ich immer dort punkten.“

Dafür müssen die Wolfsburger allerdings, um zum Ausgangspunkt zurückzukommen, bis in die letzte Zone vorstoßen und dort Effizienz walten lassen. „Sonst werden wir weiter solide bleiben und auch nicht oft verlieren, aber eben auch nicht oft gewinnen“, unterstrich Schmidt. „Das zu ändern, ist ganz klar der Anspruch.“

Als nicht gerade förderlich bei diesem Unterfangen erweist sich allerdings die Personalsituation. Mit Marcel Tisserand (Muskelverletzung im Oberschenkel) und Yannick Gerhardt (Sprunggelenksverletzung) beklagten die Wölfe auf Schalke die Lazarett-Gäste Nummer fünf und sechs. „Mit den anderen zusammen ist es eine recht massive Ausfallquote“, seufzte Schmidt.

Von Ingo Barrenscheen

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