Fußball – Bundesliga: Wolfsburgs neuer starker Mann versprüht bei Vorstellung heitere Laune

Schmadtkes Tage könnten länger sein

+
Flotte Sprüche und großer Tatendrang: Jörg Schmadtke zeigte sich bei seiner gestrigen Vorstellung gut gelaunt und will den VfL Wolfsburg auf einen erfolgreicheren Weg führen.

dpa/ib Wolfsburg. Grund zum Lachen hatten sie beim VfL Wolfsburg in den vergangenen zwei Spielzeiten im Grunde nicht.

Aber vielleicht ändert sich das mit dem neuen starken Mann: Jedenfalls hatte Jörg Schmadtke am gestrigen Mittwoch bei seiner offiziellen Vorstellung den ein oder anderen Gag parat. Lockerheit am Mikrofon, Ernsthaftigkeit aber beim Unternehmen Konsolidierung nach zwei Jahren in Folge in der Abstiegs-Relegation.

Den Beinahe-Absturz in die Zweitklassigkeit nahm der Wolfsburger Aufsichtsratsboss Frank Witter noch einmal zum Anlass, um klar zu stellen: „Niemand darf dankbarer sein, dass er noch in der Ersten Liga ist, als der VfL Wolfsburg!“ Mit dem neuen Sportdirektor Schmadtke soll nun alles anders – und vor allem besser – werden. Nachdem die Verpflichtung von Hannovers Horst Heldt am Veto von 96-Boss Martin Kind gescheitert war, fiel die Wahl schnell auf den früheren Geschäftsführer von Aachen, Hannover und Köln.

Der 54-Jährige stürzt sich voller Elan in seine neue Arbeit. „Ich bin sehr, sehr erholt, weil ich sehr lange Zeit hatte, mich mit mir selbst zu beschäftigen.“ Wobei der Stress-Faktor direkt wieder enorm ist, wie er gleichermaßen unterstrich. Es gibt viel aufzuräumen beim VfL, das hat auch Schmadtke hinter den Kulissen bereits mitbekommen. „Schwierig ist manchmal, dass der Tag zu kurz ist...“ Bereits vor seinem Amtsantritt in der VW-Stadt hatte er den Austausch mit Trainer Bruno Labbadia gesucht. „Wir haben uns ausgetauscht, die Gedankengänge waren einheitlich. Von daher waren wir uns sehr schnell einig, dass wir mit Bruno Labbadia in die neue Saison gehen werden.“

Nun geht es darum, einen Kader zusammenzustellen, der den VfL wieder einmal eine ruhige Saison spielen lässt. Vollmundige Ankündigungen, wann die Wolfsburger wieder international spielen würden, gab es gestern keine. Auch zum Gesicht der Mannschaft hüllte sich der Geschäftsführer in Schweigen. „Geben Sie uns etwas Zeit, damit wir gemeinsame Dinge auf den Weg bringen können.“ Sehr wohl verriet Schmunzelhase Schmadtke aber, was er aus Düsseldorf mit nach Wolfsburg genommen habe. „In der Regel bringe ich meinen Hund mit und meine Frau. Und meine Frau ist über die Reihenfolge auch nicht beleidigt...“

Beleidigt dürfen auch die VfL-Profis nicht sein, wenn ein Relikt früherer Tage seine Wiederverwendung findet. „Wir haben ja auch hier einen kleinen Berg“, sagte Schmadtke mit Blick auf den einst von Felix Magath errichteten Hügel der Leiden. „Den werden wir wieder aktivieren.“ Denn auf ein Trainingslager verzichten die Grün-Weißen in der Sommerpause. Vermutlich aber abermals nicht auf teure Transfers. Wobei diese gezielter aufgrund eines Wertesystems ausgesucht werden sollen. Geld steht zur Verfügung, denn Witter stellte klar: „Zwischen den VfL Wolfsburg und die Volkswagen AG passt kein Blatt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare