Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg muss trotz Aufholjagd nach Blitz-0:3 erstmals wieder eine Niederlage verkraften

Schalke überrumpelt die Seriensieger

Zu zögerlich in der Anfangsphase: Der VfL Wolfsburg (l. Robin Knoche, hier gegen Klaas-Jan Huntelaar) bezog auf Schalke erstmals wieder eine Pleite.
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Zu zögerlich in der Anfangsphase: Der VfL Wolfsburg (l. Robin Knoche, hier gegen Klaas-Jan Huntelaar) bezog auf Schalke erstmals wieder eine Pleite.
  • Ingo Barrenscheen
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dpa/ib Gelsenkirchen. Sie waren die Mannschaft der Stunde. Doch in nicht einmal einer halben Stunde bekamen die Wölfe am Sonnabend bei der 2:3 (1:3)-Niederlage das Fell über die Ohren gezogen.

Ein Taktik-Kniff des FC Schalke 04 genügte, um die Siegesserie des am Ende wackeren, aber glücklosen VfL Wolfsburg zu beenden.

Während die Königsblauen mit dem insgesamt vierten Pflichtspiel-Heimsieg unter dem neuen Trainer Roberto Di Matteo den Anschluss an die Spitzengruppe herstellten, musste der Bayern-Jäger wider Willen aus Wolfsburg den Anschluss an das Ausnahme-Team der Bundesliga abreißen lassen.

„Es war ein leidenschaftlicher Sieg. Ich denke, wir haben Wolfsburg mit dem System ein wenig überraschen können“, sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes, der links in einer neu formierten Dreier-Abwehrkette mit Roman Neustädter und Felipe Santana spielte.

Vor 60 989 Zuschauern erlebten die so erfolgsverwöhnten Grün-Weißen ihr königsblaues Wunder in der Anfangsphase. Schalke ging durch Tore von Eric-Maxim Choupo-Moting (10., 22.) und Christian Fuchs (25.) schnell mit 3:0 in Führung. Ivica Olic (37.) und sein Nachrücker Nicklas Bendtner (74.) sorgten mit ihren Anschlusstreffern dann noch für eine spannende Schlussphase. „Die letzten 30 Minuten waren sehr positiv. Aber es darf nicht 0:3 stehen. Das ist das, was mich ärgert“, grantelte VfL-Trainer Dieter Hecking. „Dennoch haben wir am Ende große Moral bewiesen. Ich denke, wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt.“

Bei Wolfsburger Ballbesitz rückten auch Schalkes offensive Außen Atsuto Uchida und Fuchs nach hinten und verengten so die Räume. Hecking räumte ein, dass man zu lange gebraucht habe, sich auf das System einzustellen. „Auch wenn wir einige Informationen darüber hatten. In den ersten 25 Minuten haben wir zu viele Fehler gemacht, und Schalke hat das gut ausgenutzt.“ Di Matteo freute sich dagegen über die am Ende etwas glücklich gewonnen drei Punkte. „Siege sind immer gut für das Selbstvertrauen. Und für die Tabelle.“

Seine taktische Umstellungen gingen zunächst voll auf. Schalke führte nach dem ersten Angriff. Einen Diagonalpass von Marco Höger nahm Choupo-Moting elegant mit und hämmerte den Ball mit links ins rechte Eck. Auf der Gegenseite verpasste Olic eine scharfe Flanke seines kroatischen Landsmannes Ivan Perisic (18.).

Dann waren die Königsblauen wieder am Drücker. Boateng spitzelte den Ball zu Choupo-Moting, der Schalke mit seinem fünften Saisontor mit 2:0 in Front schoss. Christian Fuchs besorgte wenig später mit einem Freistoß sogar das 3:0, bei dem VfL-Keeper Diego Benaglio eine unglückliche Figur machte. Wolfsburg brauchte ein wenig, um sich von dem Schock zu erholen, verkürzte durch Olic aber noch vor der Pause. Erneut war Perisic links entwischt. Seine Hereingabe wehrte Schalke-Keeper Ralf Fährmann nach vorn ab, Olic staubte ab.

Hecking reagierte zur Halbzeit und brachte mit Aaron Hunt einen zusätzlichen Offensivmann. Die Wolfsburger bauten nun mehr und mehr Druck auf und kamen durch den eingewechselten Bendtner noch zum verdienten Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es aber in der spannenden Schluss-Viertelstunde nicht mehr. „Wir müssen noch dazu lernen“, sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs.

Von Ingo Barrenscheen

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