Fußball – Bundesliga: Erster Sieg seit Januar sorgt für kleines Aufatmen im Abstiegskampf / Didavi-Doppelpack beim 2:0 in Freiburg

Rumms! Wolfsburg fällt Lawine vom Herzen

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Fassungsloser Freiburg trifft Wolfsburger Spielverderber: Nils Petersen (l.) nach seinem vergebenen Elfmeter gegen Koen Casteels.

dpa/ib Freiburg. Die Leistung war zugegebenermaßen erneut keine Offenbarung. Das Ergebnis schon. Und nichts anderes zählt im zähen Existenzkampf der Fußball-Bundesliga.

So geht Abstiegskampf! Die Wölfe (l. William) überzeugten gegen Freiburg zumindest in Sachen Willen und Einsatzbereitschaft.

69 Tage nach dem letzten Sieg hat der VfL Wolfsburg wieder ein Spiel gewonnen und drei Big Points geholt. „Es ist klar, dass das für uns ein enorm wichtiger Sieg war aufgrund der derzeitigen Situation“, atmete Bruno Labbadia am Samstag nach dem 2:0 beim Mitkonkurrenten SC Freiburg auf. Für ihn gleichermaßen der erste Erfolg im sechsten Anlauf als VfL-Trainer.

Die Wölfe bejubelten dank des Doppelpacks von Daniel Didavi (r.) den ersten Bundesliga-Sieg seit rund drei Monaten. Ein Lebenszeichen der Grün-Weißen. 

In einen Überschwang der Gefühle verfiel Labbadia deshalb aber nicht. „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht, aber mehr auch nicht. Wir wissen, dass wir in den nächsten fünf Spielen nochmal extrem gefordert sind“, blickte der als Feuerwehrmann engagierte Ex-HSV-Retter direkt voraus auf den Endspurt im Kampf um den Klassenerhalt. Ein Doppelpack von Daniel Didavi (2., 82.) vor 24 000 Zuschauern sorgte für das erste wirkliche Lebenszeichen seit dem Derby-Sieg gegen Hannover 96 im Januar. „Lange her. Das war wichtig“, bekräftigte Wolfsburgs Torwart Koen Casteels. Die Wölfe rücken so bis auf einen Zähler an Gastgeber Freiburg heran. „Wenn wir heute gewonnen hätten, hätte es sehr gut ausgesehen. Aber wir haben verloren. Abstiegskampf halt. Was soll ich sonst noch sagen?“, zuckte SCF-Coach Christian Streich angefressen mit den Schultern.

Freiburgs Toptorjäger Nils Petersen, der nach seiner aufgehobenen Sperre doch spielen durfte, scheiterte in der 94. Minute mit einem Handelfmeter an Casteels (nach Videobeweis) und vergab damit den letzten Hoffnungsfunken. Wegen des Doppelpacks von Didavi wäre aber auch ein Tor wohl nur Ergebniskosmetik gewesen. Schon in der zweiten Minute nutzte er die Schläfrigkeit der Freiburger Defensive für einen trockenen Linksschuss, in der 83. Minute profitierte er von der feinen Vorarbeit des Jokers Divock Origi. Die Badener reagierten verunsichert auf den frühen Rückstand. Sie leisteten sich zahlreiche Fehler. Oft schon vor der Mittellinie verloren die Breisgauer den Ball und ermöglichten Wolfsburg früh die Chance auf Konter – doch der VfL konnte mit den Geschenken kaum etwas anfangen.

Mit zunehmender Spieldauer stabilisierten sich die Gastgeber gegen harmlose Wölfe und erarbeiteten sich etwas Torgefahr. Weder beim Kopfball von Manuel Gulde (20.), noch beim Fernschuss von Petersens Sturmpartner Florian Kath (28.) oder dem geblockten Versuch von Robin Koch (43.) musste VfL-Torwart Koen Casteels eingreifen.

Yunus Malli, beim 3:1 im Hinspiel Doppeltorschütze für den VfL, hatte nach 55 Minuten seine beste Szene. Der gefährliche Schuss nach seinem Dribbling im Strafraum endete aber an einem Freiburger Bein. Ansonsten beschränkte sich Wolfsburg aufs Verteidigen und gelegentliche Konter-Versuche.

Der SCF hatte deutlich mehr Spielanteile, aber auch keine Idee, etwas damit anzufangen war. Bis zum Elfmeter in der Nachspielzeit sprang nichts dabei heraus. Und auch der saß nicht.

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