Fußball – DFB-Pokal, Achtelfinale: VfL erschreckend schwach beim 0:1 in Leipzig

Ein Rückfall in grausame Zeiten

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Sinnbilder des verkorksten Wolfsburger Pokal-Abends: Der VfL (Wout Weghorst gegen Ibrahima Konaté) landete in Leipzig auf dem Boden der Tatsachen, weil Matheus Cunha früh traf und den geknickten Wölfen nichts einfiel.

Leipzig – Die Arena halbleer. Und der VfL Wolfsburg spielte, um es mit Giovanni Trapattoni zu sagen, wie Flasche leer. . .

Nach einer über weite Strecken erschreckend schwachen, ja fast schon indiskutablen Vorstellung – die arg an die zwei verkorksten Vorjahre erinnerte – machte der VfL Wolfsburg am gestrigen Mittwochabend den Abflug aus dem DFB-Pokal.

Die Mannnschaft von Bruno Labbadia war mit der 0:1 (0:1)-Pleite im Achtelfinale bei RB Leipzig durch das goldene Tor von Matheus Cunha (9. ) noch sehr gut bedient.

Früher Cunha-Schock

Die sächsischen Bullen also erstmals im siebten Anlauf im Viertelfinale des Cup-Wettbewerbs. Den Wölfen hingegen bleibt nur noch die Hoffnung auf Ruhm im Bundesliga-Alltagsgeschäft. Wobei: Mit Auftritten wie jenem in Leipzig dürfte es nahezu unmöglich sein, den bislang äußerst positiven sechsten Platz im deutschen Oberhaus zu verteidigen.

Die überlegenen Gastgeber verpassten gegen den nach der Anfangsviertelstunde kaum noch existenten VfL einen klareren Sieg und spielten so bis in die letzte Minute der Verlängerung hinein mit dem Feuer. „Unterm Strich waren wir die Mannschaft mit den klar besseren Chancen. Wenn man etwas kritisieren will, dann, warum wir das zweite Tor nicht gemacht haben“, sagte RBL-Kapitän Willy Orban treffend.

Genauso wie sein Kollege Ralf Rangnick vertraute Wolfsburgs Chefcoach Labbadia der Elf, die am Wochenende 1:0 in Berlin gewonnen hatte. Gestern allerdings vermittelten die Grün-Weißen nicht den Eindruck, als wenn sie im Mai – dann steigt dort das DFB-Pokal-Endspiel – noch einmal in die Bundeshauptstadt zurückkehren wollten. Die Leipziger Führung durch Cunha ging zur Hälfte auf die Kappe der Wölfe, die sich einen folgenschweren Ballverlust erlaubten (9.). Kurzweilig schien es so, als sollte der VfL einmal mehr in dieser Saison Comeback-Qualitäten demonstrieren, doch Renato Steffen scheiterte mit seinem Schlenzer als RB-Keeper Peter Gulacsi (15.).

Die letzte aufregende Szene aus Wolfsburger Sicht für lange Zeit. Ja fast bis zum Abpfiff. Im Mittelfeld fanden die Gäste überhaupt keinen Zugriff, mussten fast pausenlos nach frühen Ballverlusten, oft nach uninspirierten langen Bällen, den Rückwärtsgang einlegen.

Leipzig versäumt 2:0

Zunächst wusste Leipzig das Ballbesitz-Plus nicht zu nutzen, doch kurz nach Wiederbeginn erhöhte die Rangnick-Riege die Schlagzahl und brachte die Hintermannschaft des VfL mehr und mehr in Verlegenheit. Doch mit Glück und Geschick – und teils Leipziger Unvermögen – verhinderten die Wölfe den vorzeitigen Knockout. Labbadia brachte nach gut einer Stunde mit Josip Brekalo und John Yeboah zwei frische Offensivkräfte. Zumindest Letzterer erwies sich in Ansätzen als belebendes Element. Doch unterm Strich agierte der Pokalsieger von 2015 viel zu harm- und ideenlos, zudem nicht griffig genug in den Zweikämpfen.

Nur die mangelnde Chancenverwertung von RBL hielt die Spannung am Leben, doch wirkliche Gefahr konnten die Wolfsburger nicht mehr entfachen.

VON INGO BARRENSCHEEN

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