Rolle rückwärts

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Hoffenheims Ryan Babel bejubelt per Salto sein Tor – durch das 1:3 machte auch Wolfsburg eine Rolle rückwärts.

dpa Hoffenheim. Rolle rückwärts beim VfL Wolfsburg. Der vermeintlichen Kehrtwende gegen Schalke folgte am Sonnabend die Ernüchterung von Sinsheim. Der deutsche Fußball-Meister von 2009 kassierte mit dem 1:3 (0:2) bei 1899 Hoffenheim am 6. Bundesliga-Spieltag bereits die vierte Niederlage. Trainer Felix Magath hat noch einen Riesenberg Arbeit vor sich.

Vier Monate zuvor hatten Magath und Co. an selber Stelle noch die Rettung gefeiert, dieses Mal fiel das Ergebnis spiegelverkehrt aus. VfL-Keeper Marwin Hitz sah zehn Minuten vor Schluss wegen Schiedsrichterbeleidigung zu allem Übel Rot. Magath analysierte nach dem Abpfiff erst gar nicht groß die schwache Leistung seines runderneuerten Kaders. „Es ist schade, dass wir das positive Spiel gegen Schalke nicht genutzt haben. Bei uns schlummert auch noch viel Potenzial – genau wie bei Hoffenheim“, meinte er nur. Wenigstens Stürmer Srdjan Lakic sprach beim Tabellen-14. Klartext: „Wir haben scheiße gespielt und wenig Aktionen nach vorne gehabt.“

Dabei hatte der 58-jährige VfL-Coach nach dem 2:1-Sieg gegen Schalke angekündigt: „Jetzt geht es wieder von neuem los.“ Richtig, die Misere... Magaths Mannschaft gab eine ziemlich uninspirierte Vorstellung. Und nach einem 20-minütigen Stillhalteabkommen beider Mannschaften lagen die Wolfsburger plötzlich mit 0:2 hinten. VfL-Torhüter Hitz, Ersatz für den am Daumen verletzten Diego Benaglio, sah zunächst bei einem Aufsetzer von Babel aus 25 Metern schlecht aus. Drei Minuten später legte Robert Firmino nach: Er lupfte das Leder erst über Marco Russ, dann über Christian Träsch und schließlich über Hitz.

Während Babel seinen Treffer mit einem schwungvollen Salto feierte, riss sich Firmino vor lauter Begeisterung das Trikot vom Leib und sah Gelb. Beide Angreifer haben nun bereits vier Tore auf ihrem Konto. Hoffenheims Coach Holger Stanislawski wollte den starken Saisonstart nicht überbewerten. „Genauso wenig, wie ich einzelne Spiele hochhänge, hänge ich Platz vier hoch.“

Magath hatte in seinem Team wieder einiges umgestellt und brachte Russ, Jan Polak und Ja-Cheol Koo für Alexander Madlung, Patrick Ochs und Rasmus Jönsson. Bei Hoffenheim lief erstmals in dieser Saison der zuletzt verletzte Gylfi Sigurdsson auf, das Offensivspiel belebten aber vor allem der wuchtige Babel und der wuselige Firmino. Wolfsburgs einzige Chance im ersten Durchgang vergab Jan Polak (32.), den Magath aber kurz darauf vom Feld nahm.

Der eingewechselte Jönsson versuchte nach der Pause vergebens, mehr Linie ins Spiel der Gäste zu bringen. Torjäger Mario Mandzukic war einer der wenigen VfL-Profis, die wenigstens ab und zu für Wirbel sorgten. Doch die Hoffenheimer hatten die Partie sicher im Griff und hätten durch Sigurdsson bereits in der 58. Minute das dritte Tor nachlegen können: Mit seiner größten Tat rettete Hitz gegen den Isländer.

Dejagah hämmerte den Ball dann noch zum 1:2 unter die Hoffenheimer Latte. In den hektischen Schlussminuten erhöhte Firmino noch auf 3:1. Kurz zuvor hatte Hitz zur Verblüffung der Zuschauer die Rote Karte gesehen. Er hatte Schiedsrichter Marco Fritz mit ein paar unschönen Worten bedacht. Die dürften in dieser Trainingswoche auch die VfL-Profis von Magath zu hören bekommen.

 

Das Spiel im Stenogramm:

TSG Hoffenheim: Starke – Beck, Vorsah, Compper, Braafheid – Rudy, Kaiser – Firmino (85. Williams), Sigurdsson (69. Musona), Obasi (59. Mlapa) - Babel.

VfL Wolfsburg: Hitz – Hasebe, Russ, Kyrgiakos, Schäfer – Träsch, Josue, Polak (32. Dejagah) – Mandzukic (68. Ochs), Koo (46. Jönsson) – Lakic.

Tore: 1:0 Babel (20.), 2:0 Firmino (23.), 2:1 Dejagah (67.), 3:1 Firmino (87.).

Gelbe Karten: Firmino, Beck, Vorsah / Josue

Rote Karte: Hitz (81.).

Zuschauer: 26.850.

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb).

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