Fußball – Bundesliga: VfL 1:1 in Mainz

Rodriguez’ Patzer kostet Punkte

  • VonMichael Theuerkauf
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dpa/mth Mainz. Der Trainerwechsel hat sich für den VfL Wolfsburg noch nicht (voll) ausgezahlt. Mit dem 1:1 (1:1) beim FSV Mainz 05 gelang dem neuen Chefcoach Andries Jonker bei seinem Bundesliga-Debüt für den abstiegsbedrohten VfL nur ein Teilerfolg.

Vor 27 238 Zuschauern brachte Mario Gomez (20. Minute) die Gäste in Führung, die Jhon Cordoba (24. ) wenig später ausgleichen konnte.

Die Wolfsburger begannen couragiert, aber mit kontrolliertem Offensivdrang. Jonker, der sich kaum an der Seitenlinie zeigte und meistens sitzen blieb, setzte zunächst auf Stabilität und stellte auf eine Viererkette um. Dennoch hatten die Hausherren die ersten Chancen der Partie. In der 3. Minute flankte Pablo De Blasis, doch Ricardo Rodriguez konnte vor zwei lauernden Mainzern klären. Danach hatte Rückkehrer Yunus Malli – der vor seinem Wechsel in der Winterpause zum VfL über fünf Jahre in Mainz spielte – die erste Gelegenheit für den VfL. Seinen Schuss aus 16 Metern hielt Mainz-Keeper Jonas Lössl. Vier Minuten später machte es Wolfsburgs Torjäger Gomez besser: Einen auf den zweiten Pfosten geschlagenen Eckball von Rodriguez konnte er unbedrängt zum 1:0 einköpfen. Für Gomez war es der siebte Saisontreffer.

Nach der Führung stellten die Wolfsburger ihre Offensivbemühungen jedoch fast gänzlich ein und überließen dem Gastgeber, der mit der gleichen Startelf wie in Leverkusen (2:0) begann, die Initiative. Und sie nutzten die Situation. In der 24. Minute schnappte Levin Öztunali dem Schweizer Rodriguez den Ball weg, lief an zwei Wolfsburger Spielern vorbei und passte quer zu Cordoba – der Ausgleich. Ein katastrophaler Schnitzer von Wolfsburgs Linksverteidiger.

Nach dem Wiederanpfiff war den Wolfsburgern anzumerken, dass ihr neuer Coach Jonker in der Pause mehr Einsatz und Aggressivität von den VfL-Profis eingefordert hatte. Doch mehr als ein bisschen mehr Kampfgeist und einige Distanzschüsse hatten die Niedersachsen nicht zu bieten. Allerdings konnten sich auch die Mainzer kaum noch Chancen herausspielen. Kurz vor Abpfiff wurde es aber nochmal richtig brenzlig für den VfL. Der Mainzer Jairo zog mit dem Mute der Verzweiflung in der 88. Minute aus gut 20 Metern ab. VfL-Torwart Koen Casteels konnte mit einer bärenstarken Parade zumindest den einen Punkt für die Wölfe sichern.

Der 54-jährige Niederländer Jonker ist nach Dieter Hecking und Valérien Ismaël der dritte Trainer des VfL in dieser Saison. Seine Vorgänger holten in 22 Spielen nur 22 Punkte; weniger hatten die Wolfsburger in der Liga-Historie zu diesem Zeitpunkt noch nie geholt. Während der VfL nach dem Teilerfolg weiter tief im Abstiegskampf steckt, dürfte dieser kaum noch ein Thema für die Mainzer werden, die nun 29 Punkte auf dem Konto haben. Mit dieser Ausbeute nach 23 Spieltagen ist noch kein Club aus der Liga abgestiegen. Einen Tag nach der Rückzugsankündigung von FSV-Präsident Harald Strutz dürfte das die Laune beim Karnevalsverein anheben.

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