Rivale? – Ja! Randale? – Nein!

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Braunschweiger Jungs! Stürmer Orhan Ademi spielt nun für die Löwen. Wolfsburgs Verteidiger Robin Knoche (r.) ist in der Löwenstadt geboren.

Von Matthias Jansen Wolfsburg. Es soll bei einem sportlichen (Wett-)Streit unter Nachbarn bleiben. Vor dem Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem VfL Wolfsburg und Aufsteiger Eintracht Braunschweig (Sonnabend, 15.30 Uhr) sind alle Seiten bemüht, eine vorzeitige Überhitzung der Lage(r) zu vermeiden.

Während Vertreter der Stadt Wolfsburg, der Fan-Projekte und der Polizei in einem Gespräch über mögliche Probleme berieten und für einen reibungslosen Ablauf rund um die VW-Arena sorgen wollen, mahnte auch Wolfsburger Manager Klaus Allofs zur Besonnenheit.

„Solche Begegnungen sind das Besondere in der Bundesliga. Es gehört zu den Höhepunkten der Saison, wenn zwei Teams aus unmittelbarer Nachbarschaft aufeinandertreffen. Wir tun alle gut daran, dieses Spiel auf eine sportliche Rivalität zu beschränken“, so Allofs. Für den heutigen Freitag ist sogar ein Mittagessen der beiden Führungsetagen geplant.

Der Hunger auf das Derby dürfte auch am Sonnabend noch groß sein. Schließlich ist es das Erste, das auf allerhöchstem deutschen Fußball-Niveau in der Bundesliga ausgetragen wird. Das Ziel der Wölfe ist klar. „Wir müssen, wollen und können gewinnen“, verdeutlicht Allofs vor dem Duell mit den noch sieglosen Braunschweigern.

Trainer Dieter Hecking, der ebenfalls den Charakter des Fußballfestes („Ich hoffe auf einen sportlich fairen Ablauf und eine klasse Stimmung“) hervorhebt, sieht seine Grün-Weißen nicht eindeutig im Vorteil. „Das Spiel ist für Braunschweig einfach. Es ist keine besondere Motivation nötig. Sie könnten das Spiel als Chance sehen, einen neuen Anfang zu machen“, so Hecking, der sich regelmäßig mit Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht austauscht.

Die Wertschätzung für den Braunschweiger Kollegen sei sehr hoch. Der vermeintliche Rücktrittsgedanke von Lieberknecht ein Ablenkungsmanöver. „Torsten hat versucht, mit einer gewissen Schlitzohrigkeit, die Spieler aus der Kritik zu nehmen und den Fokus auf sich zu legen. Das hat er gut gemacht. Ich glaube, es war eine überlegte Handlung. Denn es geht doch immer wieder darum, neue Reize für die Mannschaft zu setzen“, sagte Hecking gegenüber dem Kicker.

Am Sonnabend, so der Wolfsburger Trainer, liege es nur an seinem Team, ob es den Braunschweiger gelingt, die Reize auch in Punkte umzusetzen. Einschränkungen muss Hecking bei der Zusammenstellung seines Aufgebotes fast keine machen. Neben den Verletzten Bas Dost und Vieirinha plagten sich nur Diego und Christian Träsch vor dem Derby mit Beschwerden herum.

Während der brasilianische Mittelfeldstar separat trainierte, aber spielen soll, sieht es bei Rechtsverteidiger Träsch schlechter aus. Der 26-Jährige musste das Vormittagstraining am Donnerstag abbrechen.

„Er hat noch Probleme mit der Leiste, da müssen wir jetzt abwarten“, sagte Hecking, der seine aktive Karriere ausgerechnet bei der Eintracht in der Regionalliga ausklingen ließ. Eine Alternative für Träsch wäre dann Patrick Ochs. Der Frankfurter stand in dieser Saison noch nicht eine Minute für die Wölfe auf dem Rasen.

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