Fußball–Bundesliga: Wolfsburg will heute bei kriselnden Dortmundern Platz zwei festigen / Rodriguez und Olic fit

Der Riese wankt: Schlägt VfL gnadenlos zu?

Noch einmal alles mobilisieren: Die Wolfsburger Maximilian Arnold (l.) und Naldo (hier gegen Paderborns Stefan Kutschke) streben aus den zwei verbleibenden Spielen 2014 die Maximalausbeute an. Heute geht’s in den Krisenherd Dortmund.
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Noch einmal alles mobilisieren: Die Wolfsburger Maximilian Arnold (l.) und Naldo (hier gegen Paderborns Stefan Kutschke) streben aus den zwei verbleibenden Spielen 2014 die Maximalausbeute an. Heute geht’s in den Krisenherd Dortmund.

Wolfsburg. Das Aufruhr-Gebiet ruft! Borussia Dortmund, jahrelang der Hochofen im Pott, ist nahezu am Tiefpunkt angelangt. Beim Krisen-BVB brennt zwei Spieltage vor der Winterpause bereits der Tannenbaum.

Und der VfL Wolfsburg will am heutigen Mittwoch (20 Uhr) nicht den Feuerlöscher auspacken, sondern weitere Nadelstiche setzen.

Allerdings ruft der seltsame Fall des BVB Borussia bei Leitwolf Dieter Hecking ein wenig Argwohn hervor. Einerseits sei die Erwartungshaltung in Dortmund eine andere als nackter Abstiegskampf, in dem sich der Vizemeister aktuell – kaum zu glauben, aber wahr – befindet. „Das könnte uns vielleicht ein wenig in die Karten spielen“, hofft der VfL-Coach einerseits. Doch andererseits hat Wolfsburg einen wankenden Riesen vor sich. „Ein angeschlagener Boxer ist immer gefährlich“, mahnt Hecking. „Dortmund ist nach wie vor ein guter Gegner.“

Au backe! BVB-Trainer Jürgen Klopp steht unter Druck.

Sein BVB-Kollege Jürgen Klopp beschwor vor dem Jahres-Endspurt die Fans, wünscht sich heute im Signal-Iduna-Park „eine Stimmung, die es in dieser Situation auf der Welt sonst nicht gibt.“ Mit sechs Punkten vor der Winterpause will Schwarz-Gelb noch ein wenig die Kohlen aus dem Feuer holen. „Diese Woche muss ein Geschenk werden für den Verein und die Fans“, forderte Klopp.

Die Wölfe reisen aber mit einem gewissen Selbstverständnis an. Nachvollziehbar angesichts des Rollentauschs. Nunmehr hat der VfL die Prinzen-Rolle inne. „Es könnte eine zusätzliche Motivation sein, den zweiten Platz noch auszubauen. Wir wollen den bestmöglichen Erfolg“, erklärte Hecking und unterstrich: „Wir gehören jetzt zu den Gejagten und das gilt es zu verinnerlichen. Das ist eine neue Herausforderung, der wir uns stellen müssen.“ Wolfsburgs Manager Klaus Allofs führt den ersten Platz hinter den Über-Bayern auch auf den „großen Fortschritt in der oftmals geforderten Siegermentalität“ zurück. Den Killer-Instinkt ließ Grün-Weiß beim 1:1 gegen Aufsteiger SC Paderborn allerdings vermissen.

Vielleicht kehrt dieser durch eine Blutauffrischung im Kader zurück. Ricardo Rodriguez und Ivica Olic sind wieder fit, trainierten gestern beschwerdefrei mit. Indes ließ Hecking andere Profis wie Naldo oder Kevin de Bruyne bei der abschließenden Übungseinheit aussetzen. „Ich brauche Spieler, die frisch sind“, begründete der VfL-Coach.

Von Ingo Barrenscheen

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