Fußball – Bundesliga: VfL verliert gegen hocheffiziente Bremer mit 2:3

Rakete Rashica schockt Wolfsburg

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Wolfsburgs Jeffrey Bruma (2.v.l) köpft ein Tor, was nach Videobeweis nicht gegeben wurde.

Wolfsburg – Krisenbewältigung in Grün-Weiß statt perfekter Woche in Grün-Weiß. . . Während sich alle Spieler des SV Werder Bremen im Moment des Schlusspfiffs erleichtert in die Arme fielen, sanken die Gegner vom VfL Wolfsburg geknickt zu Boden.

Mit einen 3:2 (2:1) gewann das Nordlicht am gestrigen Sonntagabend ein hochspannendes Derby und beendete damit eine sportliche Krise von acht Bundesliga-Spielen ohne Sieg. Die Wölfe hingegen versäumten es, die Auswärtssiege in Frankfurt und Lwiw zu vergolden.

Ich heb’ ab... Bremens Milot Rashica (l.) bejubelt seinen Siegtreffer zum 3:2 in Wolfsburg.

Zum Bremer Matchwinner avancierte Juwel Milot Rashica mit einem Doppelpack und dem Siegtor in der 83. Minute. Bereits in der 13. Minute verhalf ein Eingriff des Videoassistenten dem Nationalspieler des Kosovo zu einem Handelfmeter. Nach einer Stunde intervenierte der Mann in Köln erneut und verhinderte nach einem Abseitstor von Jeffrey Bruma zumindest vorerst das Wolfsburger 2:2 (61.).

So wiederholten sich vor 26012 Zuschauern die Ereignisse: Die zumeist überlegenen Wolfsburger glichen durch Wout Weghorst (36.) und William (73.) zweimal aus – und lagen dann nur kurze Zeit später wieder zurück. Denn Leonardo Bittencourt per Flugkopfball (39.) und erneut Rashica trafen für hocheffiziente Bremer.

„An den Reaktionen der Jungs und auch von mir hat man gemerkt, wie die letzten Wochen an uns genagt haben. Heute haben wir den Ertrag gehabt. Wichtig für uns, aber noch nicht geschafft“, sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt bei Sky und verwies auf das wichtigste Spiel gegen Paderborn am kommenden Sonntag. Maximilian Eggestein gab zu: „Die Erleichterung ist groß. Heute war auch das Glück auf unserer Seite. Aber das ist mir scheißegal!“

Beim VfL blieb somit nur drei Tage nach dem Europa-League-Erfolg in der Ukraine eine starke Energieleistung unbelohnt. Wie Fußballspiele in den Zeiten des Videobeweises verlaufen können, zeigte sich auch in dieser Partie schon früh. Nach einem Freistoß von Leonardo Bittencourt und einem Torschuss von Yuya Osako kam Wolfsburgs Kapitän Josuha Guilavogui mit der Hand an den Ball. Alle Bremer forderten sofort einen Handelfmeter. Schiedsrichter Robert Kampka ließ zunächst weiterspielen, aber schon da gab der Vierte Offizielle dem protestierenden Coach am Spielfeldrand zu verstehen: Wir überprüfen das. Und Kampka wurde korrigiert.

Trotz der Doppelbelastung schafften es die Wolfsburger, den motivierten Gegner zeitweise gehörig unter Druck zu setzen. Ein Kopfball von Joao Victor berührte schon früh die Latte des Bremer Tores (5.). Noch einmal der Brasilianer (17.) sowie Guilavogui (44.) vergaben zwei weitere Großchancen. In beiden Fällen parierte Torwart Jiri Pavlenka enorm reaktionsschnell, was ebenfalls den Bremer Fortschritt bezeugte. Denn der Tscheche war in den vorangegangenen Wochen noch ein großer Unsicherheitsfaktor.

Wolfsburg war auch nach der Pause überlegen. Trainer Oliver Glasner brachte zum ersten Mal in dieser Saison den lange verletzten Daniel Ginczek, der VfL schaffte sogar zum zweiten Mal noch den Ausgleich – doch stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Werder zeigte genau die Eiseskälte, die diesem Team zuvor über Wochen gefehlt hatte.  dpa/ib

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