Ein Punkt und etwas Ärger

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Nicht zufrieden: Das Unentschieden bei seinem Ex-Club Nürnberg war Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking zu wenig.

dpa/mj Nürnberg. Ein wenig musste sich Dieter Hecking bei seiner Rückkehr nach Nürnberg dann doch grämen. Fast 90 Minuten dominierte sein VfL Wolfsburg die Franken spielerisch – und musste sich am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga nach vier Siegen mit einem 1:1 (1:0) begnügen. „Da ist ein bisschen Ärger dabei. Das zeigt, dass wir zwar gut, aber noch nicht sehr gut sind“, befand Trainer Hecking, der den 1. FC Nürnberg vor elf Monaten überraschend verlassen hatte.

Die schlechte Chancenverwertung war schuld daran, dass dem erstarkten Wolfsburger Millionen-Ensemble ein weiterer Schritt in Richtung Spitzengruppe verwehrt blieb. Heckings jetziger Verein ist als Fünfter weiter in Schlagdistanz, bei den sieglosen Franken ging es immerhin hinauf auf Platz 17. Wie aus dem Nichts egalisierte Joker Daniel Ginczek (72.) die hoch verdiente VfL-Führung durch Maximilian Arnold (39.).

„Wolfsburg war sehr gefährlich. Aber in dieser Liga weiß man nie, was in den letzten zehn, 15 Minuten passiert“, bekannte Nürnbergs Trainer Gertjan Verbeek. Bester Mann auf dem Platz war Wolfsburgs Taktgeber Diego, der sich nach auskurierten Muskelfaserriss wieder prima in Form präsentierte. Mit filigranen Pässen leitete der Brasilianer etliche vielversprechende Chancen ein und stellte die Nürnberger Verteidigung – mit 26 Gegentoren eine der schlechtesten Defensivreihen der Liga – vor große Probleme.

Fast ein Jahr nach seinem überraschenden Abschied aus Nürnberg war Wolfsburgs Hoffnungsträger Hecking mit einem „mulmigen Gefühl“ in die alte Heimat zurückgekehrt. Was er zu Beginn hörte, war ohrenbetäubender Lärm aus der Nürnberger Fankurve; was er sah, eine starke Anfangsoffensive seiner ehemaligen Schützlinge. Gleich der erste Versuch hätte zur FCN-Führung führen können, doch Markus Feulner (2.) scheiterte ebenso wie kurz darauf Josip Drmic (8.).

Abgesehen von einem Pfostenschuss von Makoto Hasebe (42.) blieben das lange die einzigen erwähnenswerten Nürnberger Szenen. Nach zehn Minuten übernahm der VfL die Spielkontrolle und demonstrierte in den Zweikämpfen auch immer wieder seine technische Überlegenheit. Einzig ganz vorne zeigten sich die Wolfsburger dann etwas zu fahrig.

Ivica Olic mit einem Kopfball aus fünf Metern (14.), Ivan Perisic (30.) und Ricardo Rodriguez (35.) vergaben allesamt, ehe Arnold das überfällige 1:0 besorgte. Bei seinem 22-Meter-Schuss zentral auf das Tor machte allerdings Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer keine gute Figur. Besser aufgelegt war der Kapitän direkt nach Wiederanpfiff, als er nach einem sehenswerten Diego-Alleingang das zweite Tor verhinderte (54.).

Wolfsburg blieb vor 35 678 Zuschauern auch nach der Pause überlegen und gleichermaßen abschlussschwach. Perisic (62.), gleich zweimal Diego (62./66.) und Olic (71.) ließen weitere Großchancen leichtfertig liegen. Stattdessen nutzte auf der Gegenseite der nur acht Minuten zuvor eingewechselte Ginczek eine der ganz wenigen Nürnberger Angriffe zum Ausgleich und sorgte für einen äußerst glücklichen Punktgewinn der Franken. Und für etwas Ärger beim ehemaligen Nürnberger Trainer Hecking.

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