Profis am Pranger: Harsche VW-Rüge, Quälix-Training und Fan-Rapport

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Stärkt Trainer Felix Magath demonstrativ den rücken - die VfL-Profis nimmt Francisco Javier Garcia Sanz aber in die Mangel.

ib/dpa Wolfsburg. Nicht nur den Fans ist nach dem desolaten Auftritt des VfL Wolfsburg beim Dusel-2:2 gegen St. Pauli die Hutschnur geplatzt. Jetzt bekommen die Abstiegs-Anwärter auch von oberster Stelle ihr Fett weg. Der Aufsichtsrat/Mutterkonzern VW droht den Wölfen in nie dagewesener Schärfe unverhohlen mit dem Rauswurf!

Profis am Pranger. „Wenn die Mannschaft jetzt nicht konsequent agiert, dann werden wir eben Konsequenzen ziehen“, wetterte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz vor dem Heimspiel am Ostersonntag gegen den 1. FC Köln. Er betonte: „Es geht einzig und allein um den VfL Wolfsburg, der Verein steht über allem, und wir müssen alles dafür tun, dass der VfL in der ersten Liga bleibt.“ Eigner VW fürchtet um sein imageträchtiges Lieblingskind. Abstiegskampf statt Champions League: Bei VW-Konzernchef Martin Winterkorn schrillen die Alarmglocken. Auch er packte nach dem Sonnabend-Schreck den Dampfhammer aus. „St. Pauli hat Abstiegskampf gezeigt. Wir machen Schönwetter-Spielerei. Das geht so nicht.“

Die Führungsetage schaut sich die millionenteure Magerkost nicht mehr länger mit an, sieht die Wölfe ihrer letzten Alibis beraubt. „Wir haben uns in den letzten zwei Jahren immer vor die Mannschaft gestellt, eigene Fehler eingestanden, dazu die Trainer gewechselt. Aber es scheint fast so, als wäre die Mannschaft beratungs- und trainerresistent“, zeigte sich Sanz zutiefst enttäuscht. Rückhol-Trainer Felix Magath lasten die Bosse das Fiasko nicht an. Vielmehr stärkten sie ihm vor dem Zitter-Finale den Rücken. Sanz: „Wenn es einer schaffen kann, dann Felix Magath.“

Dieser lässt die VfL-Versager den Unmut deutlich spüren. Am Sonntag hatte er die Spieler über den Trainingsplatz gescheucht – die schlichen völlig fertig und teils kopfschüttelnd in die Kabine. Auch gestern warteten Intervallläufe bis zum Abwinken. Wer nicht verstehen will, muss leiden. Magath hatte nach dem Lust- und Hilflos-Auftritt den Egoismus seiner Untertanen kritisiert und forderte mehr Zusammenspiel auf dem Platz. „Wir dürfen uns nicht verstecken, sondern jeder muss sich anbieten – nur dann schaffen wir gemeinsam ein Erfolgserlebnis. Das was ich heute beim Training gesehen habe, war schon der richtige Ansatz.“

Feuer dürften die VfLer auch heute Abend kriegen: Dann muss das gesamte Team zum Fan-Rapport (17.30 Uhr, Fansaal VW-Arena). Beim Anhang gäbe es „Redebedarf“ so der Fanbeauftragte Michael Schrader. Magath hofft, dass der offene Dialog das Team auf Trab bringt.

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