Fußball – Bundesliga: VfL siegt glanzlos 3:1 gegen Hannover 96

Pflicht erfüllt, mehr auch nicht

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Yunus Malli (links) wirkte zwar nur wenige Minuten mit, doch der Spielmacher glänzte nach seiner Einwechslung gleich mit einer Vorlage.

Wolfsburg – Eine Glanzleistung sieht bestimmt anders aus. Aber manchmal reicht dann eben auch eine mittelprächtige Vorstellung, um die drei Zähler in der Volkswagen Arena zu behalten.

Zwar hatte der Underdog Hannover 96 die besseren Chancen, doch die Tore machte auf der anderen Seite der VfL Wolfsburg.

Vor allem der zuletzt nicht wirklich berücksichtigte Renato Steffen machte auf sich aufmerksam. Mit einem Doppelpack avancierte der Schweizer beim 3:1 (1:1) zum Matchwinner. Neben Pavao Pervan, der spontan für den verletzten Koen Casteels einspringen musste und seine Wölfe mehrmals vor dem Rückstand bewahrte. Somit wurde die Pflichtaufgabe erfüllt. Die Grün-Weißen sind wieder mittendrin im Europapokal-Rennen.

Der Konkurrent Hannover 96 dagegen hat sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang 16 bei noch sechs ausstehenden Spielen. Am Samstag war wieder einmal die Chance da, diesen Rückstand deutlich zu verkürzen. „Wir hatten trotz des Ergebnisses eine gute Möglichkeit, hier zu gewinnen“, sagte Sportdirektor Horst Heldt nicht ganz zu Unrecht.

Die Gäste begannen gut und gingen durch Hendrik Weydandt (30. Minute) in Führung. Ein krasser individueller Fehler von Abwehrspieler Kevin Wimmer nur gut 60 Sekunden später holte den Europapokal-Aspiranten Wolfsburg wieder zurück ins Spiel. Der deutlich kleinere Renato Steffen verlängerte per Kopf im Duell mit Wimmer eine Vorlage von Josuha Guilavogui in die lange Ecke (32.).

„Das ist ein Kopfballduell im Strafraum groß gegen klein – das muss man anders lösen“, schimpfte 96-Trainer Thomas Doll. Erst im zweiten Durchgang wurde sein Team zunehmend in die Defensive gedrängt. Erneut Steffen (71.) und Jerome Roussillon (78.) schossen den ersten Wolfsburger Sieg daheim gegen 96 seit November 2011 heraus. Etwas zu hoch zwar, dennoch sprang der VfL Wolfsburg dadurch wieder in die Europapokalränge.

Lange Reisen quer durch Europa. Damit beschäftigen sich natürlich auch – berechtigterweise – die Wolfsburger Spieler. „Es waren sicherlich drei wichtige Punkte. Es ist brutal eng – der Kampf um Europa, unten der Relegationsplatz“, untermauerte Angreifer Daniel Ginczek. Und auch Guilavogui hofft nun auf eine kleine Serie, damit die Grün-Weißen die Europapokalträume am Leben erhalten können (siehe auch Artikel links). Die letzte Begegnung auf internationaler Ebene ist immerhin ziemlich genau drei Jahre her (0:3 in Madrid)...

VON CARSTEN LAPPE, ROUVEN PETER UND JANNIS KLIMBURG

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