Fußball – Bundesliga: Wolfsburgs Krise verhärtet sich durch das erneut biedere 0:0 gegen Mainz

Pfiffe nach der Neuzeit-Nullnummer

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Vergab die größte Chance im Spiel: Mittelfeldakteur Julian Draxler (hier gegen die Mainzer Stefan Bell und Jonas Lössl).

dpa/ib Wolfsburg. Hach, was waren das für unterhaltsame Zeiten mit Roy Präger oder Martin Petrov. . .

19 respektive zwölf Jahre nach dem legendären 5:4 im Aufstiegs-Endspiel oder dem irren 4:3 mit dem Quattro-Bulgaren hielt das Neuzeit-Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und FSV Mainz 05 nicht das, was es versprochen hatte. Torlos, trostlos. Während die müden Mainzer mit dem 0:0 am Sonntag gut leben konnten, machte der grün-weiße Anhang seinem Unmut über die erneut biedere Darbietung ihres hochbezahlten Kaders durch ein Pfeifkonzert Luft.

Der weiterhin torlose Mario Gomez haderte nach der Nullnummer gegen die 05er. Wolfsburg steckt immer tiefer in der Krise.

Wolfsburg hat ein festsitzendes Formtief. Logo, dass der zunehmend in die Kritik geratende Trainer Dieter Hecking wieder einmal ein Klagelied anstimmen musste. „Das Ergebnis ist vom Ertrag her nicht das, was wir uns vorstellen.“ Seit dem Auftakt-Erfolg in Augsburg sind die Wölfe nun schon seit fünf Bundesliga-Spielen sieglos. Und erzielten in dieser Schwächel-Phase läppische zwei Törchen – eines dank Bremer Mithilfe... Auch ein Grund: Hoffnungsträger Mario Gomez zündet nicht in seiner deutschen Heimat.

„Man kann der Mannschaft alles vorwerfen, aber nicht, dass sie nicht gekämpft hat. Wir haben von Anfang an Vollgas gegeben. Ich bin mit der Art und Weise sehr zufrieden, die Lösungen waren manchmal nicht gut, insbesondere beim Abschluss“, sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs. Julian Draxler ergänzte: „Das war eine klare Steigerung gegenüber dem Spiel in Bremen. Wir haben viel investiert. Der Ball will aber einfach nicht rein.“

Die Mainzer waren hingegen mit dem Punkt zufrieden drei Tage nach der langen und kräftezehrenden Europapokal-Reise nach Aserbaidschan. „Es war eine Willensleistung“, sagte Trainer Martin Schmidt. „Das ganze Team hat verteidigt.“ Er sah aber auch: „Das war zu wenig, um zu gewinnen – das war ganz klar.“

Der VfL zeigte sich engagierter als bei der peinlichen Niederlage in Bremen, und die von Hecking auf vier Positionen veränderte Startelf war sichtlich bemüht. „Ich musste auch ein Zeichen setzen“, so der Coach. Es reichte immerhin zu den deutlich besseren Torchancen. Nicht aber zum Salz in der Suppe gegen sichtlich schwerbeinige Mainzer, die kurz vor der Pause etwas munterer wurden und Wolfsburg prompt in leichte Verlegenheit brachten. Yunus Malli erklärte: „Wir waren nicht mehr so frisch. Hinten raus standen wir extrem unter Druck.“

Besonders im Blickpunkt stand Gomez. Der Nationalspiele tat sich erneut schwer, litt allerdings unter zu wenig Futter. Pech hatte er, als er eine der wenigen guten Flanken von Träsch per Drehschuss knapp vorbei setzte (51.) und als Lössl bei einer Flanke auf den Stürmer gerade noch rettete (67.). Die Riesenchance des Spiels vergab Julian Draxler – Giulio Donati klärte kurz vor der Linie (68.). „Die Mannschaft war wahnsinnig enttäuscht, dass auch diese Chance nicht reingeht“, seufzte Hecking.

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