Perfekte Woche dank Grafite und Glück

Der Siegtreffer: Grafite (r.) schraubt sich nach oben, springt höher als der Freiburger Mensur Mujdza und köpft ins lange Eck zum 2:1 für den VfL Wolfsburg.

Wolfsburg - Von Arek Marud. Die perfekte Woche ist perfekt: Der VfL Wolfsburg rollt nach dem dritten Sieg binnen acht Tagen das Bundesliga-Feld von hinten auf. Doch der 2:1-Heimerfolg über den SC Freiburg dank zweier Grafite-Treffer war nicht nur schwer erkämpft, sondern auch umstritten.

30 Minuten lang knüpften die Wolfsburger an die zuletzt gezeigten Auftritte an. Sie glänzten zwar nicht, dominierten aber die harmlosen und passiven Freiburger. Großchancen boten sich den Hausherren trotzdem nicht. Nach 25 Minuten verhalfen der Schiedsrichter und Freiburgs Keeper dem VfL zur 1:0-Führung. Markus Schmidt übersah zunächst einen Schubser von Grafite, der beim anschließenden Kopfball vom schweren Patzer Simon Pouplins profitierte und nach seinem Doppelpack in Hamburg das dritte Saisontor erzielte. "Das war ein klares Foul. Er war mit beiden Händen dran", meinte der in dieser Szene zu Boden gegangene Julian Schuster. Das Spiel kippte zwischenzeitlich nach einem ebenso überraschenden wie verrückten Tor. Nach einem heillosen Durcheinander im Wolfsburger Strafraum traf Cissé zum 1:1 (36.). "Das war wie eine Flipperkugel. Da braucht man eine Stunde, um das zu analysieren. So eine Szene kann man gar nicht nachstellen", staunte Wolfsburgs Nachwuchskoordinator Jens Todt in der Halbzeitpause. Cissé toppte diese Szene kurz nach Wiederanpfiff, als er das leere Tor nach missratener VfL-Abseitsfalle nicht traf. Die Partie wurde munterer und Freiburg mutiger. Auch der gegenüber dem HSV-Spiel in selber Aufstellung ins Spiel gegangene VfL hatte Chancen und blieb gefährlich nach Standards, die fast permanent bei Grafite landeten. So wie in der 64. Minute, als der überragende und an jeder gefährlichen Aktion beteiligte Brasilianer einen erneuten Diego-Freistoß wieder mit dem Kopf zum 2:1 verwandelte. Ein fraglicher Treffer, weil Diego die Freistoß-Ausführung um einige Meter nach innen verlegte. "Das Foul war an der Seitenlinie. Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass es keine Rolle spielte. Es war aber eine ganz entscheidende Szene", kritisierte Gäste-Trainer Robin Dutt den Unparteiischen. Trainerkollege Steve McClaren wusste um den steinigen Weg zum Sieg. "Es war ein sehr hartes Spiel. Meine Mannschaft hat Charakter gezeigt."

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg: Benaglio (3) - Pekarik (3), Kjær (3/86. Madlung), Barzagli (3), Schäfer (4) - Josué (3) - Hasebe (3), Kahlenberg (5/80. Dejagah) - Diego (3/89. Johnson) - Grafite (1), Dzeko (4) SC

Freiburg: Pouplin - Mujdza, Barth, Butscher (67. Toprak), Bastians - Schuster - Putsila (74. Rosenthal), Makiadi, Abdessadki - Yano (46. Caligiuri), Cissé

Tore: 1:0 Grafite (25.), 1:1 Cissé (36.), 2:1 Grafite (64.) Gelbe Karten: Josué (2) / Butscher (1), Mujdza (2)

Zuschauer: 26 204

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

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