Panne, Pech und Punktgewinn

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Unter Druck: Wolfsburg (Torschütze Ricardo Rodriguez/r.) musste gegen stürmende Hamburger das Remis retten.

dpa/mj Wolfsburg. Ein Fehler von Torhüter Diego Benaglio und ein am Ende stark aufkommender Hamburger SV haben den VfL Wolfsburg auf dem Vormarsch Richtung Champions-League-Platz gebremst. Die Niedersachsen mussten sich zum Auftakt des 14. Spieltages der Fußball-Bundesliga mit einem 1:1 (1:1) begnügen. Vor 26 648 Zuschauern glich Ricardo Rodriguez (31., Foulelfmeter) die HSV-Führung durch Hakan Calhanoglu (19.) aus. In der Schlussphase vergab Ivo Ilicevic (85.) mit einem Lattentreffer den Sieg für die Gäste.

Die Wolfsburger blieben zwar zum sechsten Mal in Serie ungeschlagen, hatten aber mehr als einmal das Glück auf ihrer Seite. „Wir haben zwei Punkte liegen gelassen. Wir hätten es hoch verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen“, bedauerte HSV-Trainer Bert van Marwijk. „Hamburg hat immer mehr Druck gemacht“, wunderte sich Maximilian Arnold. „Wir können uns am Ende beim Aluminium bedanken, dass wir noch einen Punkt geholt haben.“ Von einer „gerechten Punkteteilung“ sprach indes Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking.

Daniel Caligiuri entpuppte sich bei den Gastgebern als starker Diego-Vertreter und kurbelte das Spiel seiner Mannschaft unermüdlich an. Im Abschluss blieb er aber wie seine Nebenleute glücklos. Auf der Gegenseite gelang es Calhanoglu erneut, den verletzten Regisseur Rafael van der Vaart zu ersetzen. Eine unauffällige Vorstellung an alter Wirkungsstätte lieferte HSV-Toptorjäger Pierre-Michel Lasogga, auf den auch Wolfsburg ein Auge geworfen haben soll. Er vergab in der 30. Minute die Chance zum 0:2.

Auf regennassem Boden bemühten sich die Wolfsburger von Beginn an um druckvolles Spiel. Allen voran der frühere HSV-Profi Ivica Olic war ein ständiger Unruheherd für die Abwehr der Hanseaten. Zwingende Aktionen vor dem Tor der Gäste blieben allerdings Mangelware. Wie aus dem Nichts gingen die Hamburger dann in der 19. Minute in Führung: Der schlecht postierte Benaglio ließ sich von einem Freistoß von Calhanoglu aus 38 Metern überraschen. Der Ball klatschte von der Latte gegen den Kopf des Schlussmanns und von dort hinter die Linie. „Das ging auf meine Kappe“, war der Wolfsburger Torhüter umgehend geständig.

Die Hausherren antworteten mit wütenden Attacken auf den überraschenden Rückstand, doch zum verdienten Ausgleich benötigten sie einen Strafstoß. Als Heiko Westermann im 16-Meter-Raum Caligiuri von den Beinen holte, bewies der Schweizer Rodriguez Nervenstärke vom Punkt und traf mit seinem zweiten Saisontor zum 1:1. Sekunden zuvor hatte Lasogga auf der Gegenseite das sichere zweite Tor für den HSV vergeben, als er den Ball nach Zuspiel von Tolgay Arslan frei vor Benaglio am Kasten vorbei setzte. „Da ist mir der Ball über den Schlappen gerutscht“, räumte Lasogga ein.

Ein Distanzschuss von Calhanoglu (46.) gab das Startsignal zu intensiven zweiten 45 Minuten, in denen der VfL das spielbestimmende Team blieb, aber leichtfertig mit seinen Chancen umging. Caligiuri (47./55.) ließ sich zweimal zu weit nach außen abdrängen und scheiterte jeweils aus spitzem Winkel an HSV-Torhüter Rene Adler. Danach wurde der HSV stärker. Glück hatten die Gastgeber in der 71. Minute, als Schiedsrichter Felix Brych dem HSV nach einem Rempler von Patrick Ochs gegen Arslan den fälligen Elfmeter versagte. Als van Marwijks Elf in der Schlussphase aufdrehte, bot sich Calhanoglu (75.) sogar die Gelegenheit zum 1:2. Doch diesmal war Benaglio auf dem Posten.

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