Fußball – VfL-Generalprobe bei der Saisoneröffnung geht gründlich daneben / Hecking und Allofs angefressen

„Ohrfeige“: Madrid demütigt Wölfe 5:1!

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Der Anfang vom Ende: Raul Garcia steigt im Gewühl am Höchsten und köpft zur 1:0-Führung für Atlético Madrid ein. Der spanische Meister demontierte die willenlosen Wölfe bei deren Saisoneröffnung schlussendlich mit 5:1.

ib Wolfsburg. Auf missglückte Generalproben folgt eine gelungene Premiere: An diese alte Theater-Weisheit werden sich wohl auch die Bundesliga-Fußballer des VfL Wolfsburg nach dem gestrigen Abend klammern.

Denn der letzte Härtetest vor dem Pflichtspielauftakt am kommenden Sonntag im DFB-Pokal bei Zweitligist SV Darmstadt 98 ging gründlich in die Hose. Die Wölfe erlitten zum Abschluss der Saisoneröffnung gegen Atlético Madrid eine 1:5-Packung!.

Im eigenen Stadion gedemütigt vom spanischen Meister. Noch am Nachmittag beim Stadionfest hatte VfL-Manager Klaus Allofs verkündet, dass sich die Grün-Weißen nach Platz fünf in der Vorsaison nochmals verbessern wollen. Wenige Stunden später bekam der Europa League-Starter aber schmerzvoll aufgezeigt, dass die Königsklasse noch meilenweit entfernt ist. Champions League-Finalist Madrid nahm die Mannschaft von Dieter Hecking auch ohne den abgewanderten Torjäger Diego Costa nach Strich und Faden auseinander. Vor allem die Defensive des VfL erwies sich als große Schwachstelle.

Daher war Hecking völlig bedient: „Ich bin restlos sauer, der Auftritt war unterirdisch von der ersten Sekunde an. Hoffentlich war das eine Ohrfeige zum richtigen Zeitpunkt.“

Immer wieder glänzten die Rojiblancos mit schnellem Umschaltspiel – die Wölfe überfordert. Auch Neuzugang Josuha Guilavogui, der 80 Minuten lang zum Einsatz kam, konnte seine bisherigen Teamkollegen nach Seitenwechsel unter der Woche nicht aufhalten. Nach einer Ecke köpfte Spaniens Nationalspieler Raul Garcia die Madrilenen aus dem Gewühl heraus in Führung (13.). Artistisch der Ex-Wolfsburger Mario Mandzukic: Sein Seitfallzieher flog allerdings in Richtung Tribüne.

Wolfsburg fand nur schwer in die Partie. Doch zunehmend ergaben sich auch für die Grün-Weißen Chancen. Vieirinha, Ivica Olic und Kevin de Bruyne per Distanzschuss (44.) verpassten den Ausgleich.

Doch nach dem Seitenwechsel kam es dann knüppeldick für den VfL. Ein Lapsus von Robin Knoche begünstigte den zweiten Treffer von Garcia (54.), wenig später sebelte Naldo Mandzukic im Strafraum um. Der Gefoulte verwandelte selbst zum 0:3 (62.). Naldos Wiedergutmachungs-Treffer (67.) entkräftete Koke postwendend mit einem schönen Schlenzer zum 1:4 (68.). Damit nicht genug: Hector Hernandez (88.) versaute dem VfL vollends den Abend.

Bis auf den geschonten brasilianischen Nationalspieler Luiz Gustavo ließ Hecking seine vermeintlich beste Elf spielen. Wolfsburgs Coach polterte: „Allein, dass es Sekunden nach unserem 1:3 das 1:4 gab, zeigt mir, dass die Mannschaft noch nicht so bei der Sache ist, wie sie es sein sollte. Wenn wir so im DFB-Pokal gegen Darmstadt spielen, wird es auch dort ein böses Erwachen geben.“

Auch Manager Klaus Allofs giftete: „Heute gibt es einen Verlierer, das war die Mannschaft. Ich wünsche mir, dass wir ein Mindestmaß an Cleverness und Routine abliefern. Atlético hat das gemacht.“

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