Fußball: Saison ist für VfL-Verteidiger beendet / Witter spricht zum Team und über Heldt

Ohne Tisserand ins Trainingslager

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Der VfL Wolfsburg steht mit dem Rücken zur Wand – und muss beim Saisonfinale auf Marcel Tisserand (l.) verzichten.

ib Wolfsburg. Die schlechten Nachrichten beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg wollen einfach nicht abreißen. In den verbleibenden zwei Alles-oder-nichts-Spielen muss der Tabellen-16. erneut auf Marcel Tisserand verzichten.

Der 25-Jährige hatte sich bei der 1:3-Pleite gegen den Hamburger SV nach nur elf Minuten verletzt – eingehende Untersuchungen förderten einen Muskelsehnenriss zutage. Tisserands Einsatz am Samstag bei RB Leipzig und eine Woche später gegen den 1. FC Köln ist ausgeschlossen.

Dabei hatte sich der Kongolese nach einer langwierigen Sehnenverletzung gerade erst wieder herangekämpft und zwei Einsätze bestritten. Aber es bleibt eine Seuchensaison für den Abwehrspieler und die Wölfe. Eine Blessur jagt die nächste, Bruno Labbadia wird auf der Zielgeraden im Abstiegskampf erneut umstellen müssen.

Nach den dürftigen Leistungen flüchtet der VfL derweil nach Teistungen: In Thüringen schottet sich das Kellerkind vom heutigen Mittwoch bis Freitag für ein Kurz-Trainingslager komplett ab, um sich auf die Partie in Leipzig vorzubereiten. „Sinn der Sache ist, dass wir Ruhe haben und konzentriert und fokussiert arbeiten können“, bekräftigte Labbadia. Ob Daniel Didavi (Achillessehnenprobleme) und Riechedly Bazoer (Schlag aufs Knie) mitreisen, war gestern noch offen.

Vor der Abfahrt ins Refugium lernte die Wolfsburger Mannschaft am gestrigen Dienstag noch den neuen starken Mann im Verein kennen. Aufsichtsrats-Chef Frank Witter schaute beim Feiertags-Training vorbei, sprach zu den Spielern. „Am Ende des Tages entscheidet nicht, was ich erzähle, sondern was auf dem Platz passiert“, betonte er im Anschluss. Beim Unternehmen Worst Case-Vermeidung setzt Witter vor allem auf den Trainer, wie er in einem NDR-Interview verriet: „Wir haben mit Bruno Labbadia jemanden, der alle seine Energie reinbringt.“ Und er verwehrte sich dagegen, den VfL bereits als zerbrochen anzusehen. „Wir haben ganz sicher nicht die Saison, die wir wollten. Das ist das zweite Jahr, das wir unten drin sind. Aber ein Scherbenhaufen ist der VfL ganz sicher nicht.“

Witter äußerte sich auch zur offenbar gescheiterten Personalie Horst Heldt. „Er hätte gut zu uns gepasst“, meinte der Aufsichtsrats-Boss zum Wunschkandidaten für den Geschäftsführer Sport. Hat der VfL die Hoffnung, Hannovers Manager nach der ersten im Sande verlaufenen Verhandlungsrunde nicht doch noch loseisen zu können, also schon aufgegeben? 96-Boss Martin Kind hätte „doch alles gesagt, dem habe ich nichts hinzuzufügen“, wiegelte Witter ab. „Es war von vornherein klar, dass Herr Heldt einen langjährigen Vertrag unterschrieben hat. Und damit liegen alle Karten bei Hannover 96, Herr Kind hat sich da eindeutig positioniert.“ Logischerweise müsse sich der VfL nun nach einer Alternative umschauen. „Das ist eine der Toppersonalien, die wir anzugehen haben.“

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