Fußball – DFB-Pokal, Achtelfinale: Wölfe wollen heute die hohe Hürde nehmen

Ohne Leipzig kein Berlin...

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Den Nationalstürmer Timo Werner (r., hier gegen Robin Knoche) entdeckte Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia einst in Stuttgart. Heute fehlt er womöglich.

Wolfsburg – Ein gewisser Daniel Frahn steht schon lange nicht mehr im Kader von RB Leipzig.

Überhaupt haben sich die Vorzeichen gewandelt seit jenem Sommer 2011, als der bullige Stürmer RB Leipzig – damals noch Regionalligist und Underdog – den VfL Wolfsburg mit drei Buden zum 3:2-Erfolg sensationell aus dem DFB-Pokal warf.

Denn vor der Neuauflage am heutigen Mittwoch (18. 30 Uhr), dieses Mal im Achtelfinale, haben sich die Rollen verändert. Plötzlich sind die Wölfe der Herausforderer, Leipzig der Favorit.

Sinnbild für den rasanten Aufstieg der Sachsen, die mittlerweile in der Bundesliga im Konzert der Großen mitmischen. Das unterfüttert auch VfL-Coach Bruno Labbadia: „Einer der stärksten Gegner, die man auswärts haben kann.“ Leipzig hätte eine „Wahnsinns-Entwicklung“ hinter sich und sei nicht nur auf das gefürchtete Umschaltspiel zu reduzieren.

Doch es gäbe auch keinen Grund, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen. Immerhin ist Wolfsburg als Tabellensechster ebenfalls gut unterwegs, zudem in dieser Saison ungemein auswärtsstark. Und mit dem 1:0-Sieg in der Liga gegen RBL leiteten die Grün-Weißen in der Hinrunde den Umschwung ein. Aus diesem Match könne sein Team etwas mitnehmen, so Labbadia. „In der Woche vor dem Spiel ist viel passiert. Es hat uns auch Selbstvertrauen gegeben, dass wir auch so einen Gegner in so einer Phase schlagen können.“ Vielleicht ist zudem das Achtelfinale 2015 ein gutes Omen, als der VfL auf dem Weg zum späteren Pokaltriumph 2:0 bei Zweitligist Leipzig gewann.

Die Chance aufs Viertelfinale ist in jedem Fall da. „Und wir wollen sie packen“, bekräftigt der Leitwolf. Auf dem Weg zum Traumziel Berlin warten eben auch steinige Passagen, betonte Labbadia, der den Pokal als „wunderbaren Wettbewerb“ empfindet. „Wenn du weiterkommen willst, musst du auch solche Hürden nehmen. Ohne das Spiel jetzt hast du keine Chance, Berlin zu erreichen.“

Einen großen Grund, die siegreiche Startelf vom Hertha-Spiel zu verändern, sieht Wolfsburgs Trainer nicht. „Wenn dann punktuell.“ Womöglich ist Kapitän Josuha Guilavogui wieder eine Option. „Mal sehen, ob es schon Sinn macht oder erst am Samstag“, wollte sich Labbadia noch nicht festlegen. Admir Mehmedi jedenfalls ist für heute noch kein Thema.

Beim Gegner fällt vielleicht Timo Werner weiterhin mit einer Grippe aus. Den Wölfen könnte es nur recht sein. Übrigens entdeckten Labbadia und sein Co-Trainer Eddy Sözer den heutigen Nationalstürmer als 16-Jährigen zu ihrer Zeit beim VfB Stuttgart. „Bei Timo war es schwer, das Talent nicht zu sehen. Eddy hat ein gutes Auge“, erinnert sich Labbadia. „Durch seine Dynamik und Abschlussstärke hat er große Qualitäten.“ Die Werner bestenfalls heute nicht demonstrieren soll.

VON INGO BARRENSCHEEN

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