Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg gastiert am Sonntag in Leverkusen / Koen Casteels neue Nummer ein der Wölfe

Ohne Kapitän auf zu neuen Ufern?!

Setzt der VfL Wolfsburg (beim Kopfball Ricardo Rodriguez) im Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen (links Chicharito Hernández) zum Sprung aus dem Tabellenkeller an?
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Setzt der VfL Wolfsburg (beim Kopfball Ricardo Rodriguez) im Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen (links Chicharito Hernández) zum Sprung aus dem Tabellenkeller an?
  • VonAndreas Arens
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Leverkusen. El Plastico – diese eigentlich despektierlich gemeinte Verballhornung des spanischen El Classico (Duell zwischen Real Madrid und FC Barcelona) macht längst die Runde, wenn die beiden traditionsreichsten Werksclubs der Fußball-Bundesliga aufeinander treffen.

Wo es in der Vergangenheit jedoch regelmäßig um die Champions League- oder zumindest Europacup-Plätze ging, steht in dieser Saison das nackte Überleben auf der Agenda, wenn am Sonntag um 17. 30 Uhr Bayer Leverkusen den VfL Wolfsburg empfängt.

Mit einem Auswärtssieg am Rhein würden sich die Wölfe definitiv von ihrem 15. Platz wegbewegen, Leverkusen überholen und den Konkurrenten mitten ins Abstiegskampf-Schlamassel ziehen. Damit ist zur sportlichen Bedeutung der Begegnung eigentlich auch schon alles gesagt. Vor dem Spiel sorgen allerdings auch einige Personalien für reichlich Gesprächsstoff.

So hat sich Wolfsburgs Chefcoach Andries Jonker nach der Länderspielpause auf eine alte, neue Nummer eins festgelegt. Wie schon unter Dieter Hecking, aber anders als bei Valérien Ismael, wird der Belgier Koen Casteels als Stammtorhüter ins letzte Saison-Viertel gehen. „Koen Casteels hat dabei mitgeholfen, sieben Punkte aus drei Spielen zu holen und hat sich das verdient“, sagte Jonker gestern. Damit muss sich Kapitän Diego Benaglio mit der Reservistenrolle begnügen. Der Coach: „Ich schätze Diego Benaglio als Spieler und Menschen sehr. Das ist meine erste schwierige Entscheidung.“

Setzt Mario Gomez (Mitte) seine Jonker-Tore-Serie fort? In Spielen unter dem niederländischen Chefcoach traf der Wolfsburger Stürmer bislang immer.

Weniger schwer dürfte Jonker die Entscheidung fallen, ob er auch in der neuen Spielzeit mit Mario Gomez zusammenarbeiten will. Die beiden Ex-Bayern liegen bekanntlich auf einer Wellenlänge, Gomez traf unter dem niederländischen Cheftrainer bislang immer. Unter der Woche betonte VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe: „Mario identifiziert sich voll mit dem Klub und kommuniziert das auch. Wir wollen langfristig mit ihm zusammenarbeiten.“ Ob das ohne die Teilnahme am internationalen Geschäft möglich ist, wird sich zeigen. Zumindest kann Gomez wohl in Leverkusen versuchen, seine besondere Tore-Serie fortzusetzen. Die Adduktorenprobleme, mit denen der Mittelstürmer von den Länderspielen zurückreiste, scheinen ausgeheilt. „Bei ihm sieht es gut aus“, so Jonker. Während Daniel Didavis Einsatz (ebenfalls Adduktorenprobleme) ungewiss ist, kann auch Jakub Blaszczykowski nach überstandener Krankheit wieder mit von der Partie sein.

Nicht an Bayer-Bord wird hingegen Lars Bender sein. Der Leverkusener Kapitän fällt nach einem „kleinen Eingriff“ (TSV-Trainer Tayfun Korkut) für den Rest der Saison aus. „Es gab keine Alternative“, erklärte Korkut bei der gestrigen Pressekonferenz. Ohne die beiden etatmäßigen Kapitäne auf dem Platz stellt sich – um im Bild zu bleiben – nun die Frage: Welcher Kapitän hat das sinkende Schiff verlassen und welcher Weksclub bricht auf zu neuen Ufern? Der Formkurve nach zu urteilen, spricht tatächlich viel für ein positives Ende aus Wölfe-Sicht: Sieben Punkte aus drei Partien unter Jonker stehen sechs Pflichtspiele ohne Bayer-Sieg gegenüber.

Von Andreas Arens

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