Fußball – Bundesliga: In Wolfsburg greift Ratlosigkeit um sich

Was nun, Herr Allofs?

Der Blick richtete sich nach unten: Valérien Ismaël war nach dem 2:3 gegen Hertha völlig desillusioniert. Foto: dpa
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Der Blick richtete sich nach unten: Valérien Ismaël war nach dem 2:3 gegen Hertha völlig desillusioniert. Foto: dpa

ar Wolfsburg. Nicht wie ein trotziger, bissiger Wolf, sondern wie ein geprügelter Hund schlich Valérien Ismaël nach dem Schlusspfiff vom Spielfeld.

Die Augen gen Boden gerichtet und mit deprimierter Miene nahm der Cheftrainer des VfL Wolfsburg die 2:3-Niederlage gegen Hertha BSC Berlin in der Fußball-Bundesliga zur Kenntnis.

„Es tut auch persönlich weh. Ich leide genauso viel wie die Fans“, meinte Ismaël. Er braucht offenbar etwas Zeit, um sich von dem sonnabendlichen Nackenschlag zu erholen. Ob ihm diese Zeit aber nach der vierten Heimpleite in Folge gegeben wird, erscheint nun fraglicher denn je. Klare Rückendeckung gab es selbst von Manager Klaus Allofs nicht, der den Franzosen als Coach installiert hat und selbst im Kreuzfeuer der Kritik steht. „Die Bilanz ist schlecht“, gab der VfL-Boss zu. Vor allem die aus den Heimspielen. „Dass wir zu Hause nicht punkten, ist besorgniserregend.“ In der Tat, aber was sind die Lösungsansätze?

VfL-Profi Julian Draxler, der bei seiner Einwechslung ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen musste, sprach das aus, was wohl jeder im Verein und dessen Umfeld mittlerweile fühlt: „Ich bin auch ratlos.“ Dabei hatte Ismaël vor der Partie einiges versucht, um den Bock bei den Wölfen endlich umzustoßen. Die Stars Draxler und Luiz Gustavo auf die Bank verbannt, Systemwechsel und eine andere Spielphilosophie. Maximal 45 Minuten schienen diese Maßnahmen zu fruchten. Dann wieder der alte Trott. „Wir spielen nicht gegen den Trainer“, stellte VfL-Eigengewächs Maximilian Arnold fest. Nun ja, am Trainer – so viel dürfte jetzt festzuhalten sein – scheint es nicht zu liegen. Der rasante Niedergang des DFB-Pokalsiegers von 2015 muss also tieferliegende Gründe haben. „Es wird nicht alles durch Handauflegen besser“, sagte Allofs. „Es ist nicht so, dass es jetzt keine Lösungen mehr gibt.“ Welche das konkret sein sollen, bleibt jedoch vorerst nebulös...

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