Fußball – DFB-Pokal, Achtelfinale: VfL viel zu ideenlos bei eigenem Ballbesitz

Noch viel Luft nach oben

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Raus mit Applaus? Zumindest die Fans spendeten Trost für die Wolfsburger Kicker um Keeper Koen Casteels (Zweiter von rechts).

Wolfsburg – Ein langer Ball nach dem anderen machte sich auf den Weg in die Leipziger Hälfte. Es schien, als hätte der VfL Wolfsburg am Mittwochabend bei der 0:1-Pleite gegen RB Leipzig kein passendes Mittel parat gehabt.

Große Verzweiflung machte sich in den Mienen der Grün-Weißen breit. Und so mussten die Wölfe gegen 20.20 Uhr völlig verdient das Aus im Achtelfinale des DFB-Pokals hinnehmen.

Doch so knapp wie das Ergebnis aussagt, war die Partie bei Weitem nicht. Eben weil der VfL mit dem eigenen Ballbesitz nicht anzufangen wusste. Es ist kaum vorstellbar, dass Cheftrainer Bruno Labbadia im Vorfeld die langen Bälle als taktisches Mittel vorgegeben hatte.

Das Wolfsburger Mittelfeld war Brachland, der einzige richtige Stürmer Wout Weghorst meist auf sich allein gestellt. „Es war nicht gut von uns“, konstatierte Yannick Gerhardt. „Wir hatten kaum Chancen“, befand Keeper Koen Casteels. „Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen waren zu groß, weshalb wir zu wenig zweite Bälle bekommen haben“, analysierte Paul Verhaegh. Die Wolfsburger Profis waren sich einig: Es besteht noch viel Luft nach oben.

Das Ausscheiden wiegt dann doppelt bitter, wenn man sich die Viertelfinalisten vor Augen führt. Denn mit dem SC Paderborn, 1. FC Heidenheim und dem Hamburger SV sind gleich drei Zweitligisten noch mit von der Partie. „Wir hatten den Traum, mal ins Finale zu kommen“, seufzte Gerhardt. „Es wäre vielleicht was möglich gewesen.“

Doch so kann sich der VfL Wolfsburg nun voll und ganz wieder auf den Liga-Alltag konzentrieren. Am Samstag (15.30 Uhr) müssen die Wölfe wieder auswärts ran, diesmal beim leicht kriselnden SC Freiburg. „Wir werden verlorene Zweikämpfe ansprechen, das müssen wir gegen Freiburg direkt ändern“, betont Gerhardt.

Und vor allem müssen sich die Schützlinge von Labbadia wieder mehr Chancen erarbeiten und nach Ballgewinn das Spielgerät nicht wieder sofort herschenken. „Ich hatte das Gefühl, der Ball kam immer wieder postwendend zurück“, so Casteels. Nur in puncto Leidenschaft kann sich der VfL einmal mehr nichts vorwerfen lassen. Verhaegh: „Wir haben bis zur letzten Minute gekämpft.“

VON JANNIS KLIMBURG

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