Fußball – Bundesliga: ...aber Wolfsburg landet wichtigen 2:1-Sieg gegen kriselnde Bremer

Noch immer viel Sand im Getriebe...

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Der Sand fliegt und setzte sich durchaus auch im Wolfsburger Getriebe fest: Luiz Gustavo (unten) und Co. besiegten Bremen (Zlatko Junuzovic) nur dank ihrer Willenskraft.

dpa/ib Wolfsburg. In Berlin hatten sie den Motor abgewürgt. Gegen Werder Bremen sprang er wieder an. Aber nicht ohne Mucken.

Trotz des wichtigen 2:1 (1:1)-Sieges im Nordderby, verbunden mit dem Sprung auf Platz neun in der Fußball-Bundesliga, war beim VfL Wolfsburg weiterhin viel Sand (so wie auf dem Rasen der VW-Arena) im Getriebe. Ricardo Rodriguez (15. ) und Ivica Olic (56. ) trafen für den VfL, Youngster Marnon Busch (37. ) hatte zwischenzeitlich mit seinem ersten Bundesliga-Tor ausgeglichen.

Nach der dritten Pleite in Serie für die sieglosen Bremer trat Trainer Robin Dutt wutentbrannt eine Trinkflasche weg. „Es ist nicht einfach. Wir sind erneut am schlechten Abwehrverhalten gescheitert“, stellte Dutt enttäuscht fest. „Das ist natürlich sehr ärgerlich. Wir zahlen unglaublich viel Lehrgeld.“ Auch sein VfL-Pendant Dieter Hecking strahlte keineswegs: „Das ganze Spiel hat alles gezeigt, was wir in den letzten Wochen moniert haben. Wir haben das Spiel verdient gewonnen, aber auch Phasen drin gehabt haben, wo wir Werder haben Luft holen lassen.“

Unter besonderer Beobachtung stand am Samstagabend der kämpferisch auftretende Aaron Hunt. Nach 13 Jahren in Bremen war der Mittelfeldspieler im Sommer nach Wolfsburg gewechselt und zeigte bei seinem ersten Einsatz gegen seinen Ex-Club eine durchwachsene Darbietung. Der erst zum zweiten Mal in der VfL-Startformation berücksichtigte Hunt bewegte sich sehr viel und bot sich immer wieder als Anspielstation an. Akzente setzte der 27-Jährige indes nur selten und vergab in der 68. Minute mit der Hacke das dritte VfL-Tor. Kurz danach wurde er ausgewechselt. „Ich kann damit leben, dass er nicht reingegangen ist“, meinte Hunt angesichts des Sieges.

Impulse gaben andere. In der auf insgesamt vier Positionen veränderten Startelf der Wolfsburger sorgte ein weiterer Ex-Bremer für die Vorbereitung des 1:0. Kevin de Bruyne schickte nach einer vermurksten Bremer Ecke Linksverteidiger Rodriguez steil, und der Schweizer Abwehrmann erzielte seinen dritten Saisontreffer.

Beim 2:1 war es der zur Halbzeit für den verletzten Sebastian Jung gekommene Vieirinha, der die Vorarbeit mit einer weiten Flanke leistete: Olic drückte sie mit einem Flugkopfball gegen die Laufrichtung von Werder-Keeper Raphael Wolf ins Netz.

Im Bremer Mittelfeld wurde ein ballsicherer Spieler wie Hunt, in der Vorsaison noch einer der wenigen Lichtblicke, schmerzlich vermisst. Dem Aufbauspiel der Gäste mangelte es wieder an Zielstrebigkeit und Genauigkeit. Für die erste gefährliche Aktion im Wolfsburger Strafraum sorgte ausgerechnet VfL-Keeper Diego Benaglio, als er Nils Petersen aus kurzer Distanz an den Kopf schoss (14.). Besser machte es Busch. Der 19-Jährige bestrafte die phasenweise fahrig wirkende VfL-Deckung und rehabilitierte sich für seinen Fehler vor dem ersten Wolfsburger Tor. Letztlich zu wenig für Werder.

Von Ingo Barrenscheen

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