Nimm zwei...

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Er wäre am liebsten vor Scham im Boden versunken: VfL-Youngster Maximilian Arnold kassierte im Derby die Rote Karte, der VfL verlor im Anschluss 0:2.

dpa/ib Hannover. Sie wollten Gummi geben. Nach Lachen war allen Grün-Weißen nach dem Schlusspfiff der Bundesliga-Ouvertüre aber nicht zumute. Dezimiert und wieder einmal degradiert im Derby: Der VfL Wolfsburg musste am Sonnabend zum Einstieg der neuen Saison eine bittere 0:2 (0:1)-Pleite bei Hannover 96 nach Toren von Leon Andreasen (17.) und Szabolcs Huszti (84.) verdauen.

Mehr als das. Obendrein handelte sich Grünschnabel Maximilian Arnold (32.) die Rote Karte ein, Neuzugang Timm Klose folgte ihm später vorzeitig unter die Dusche (52.). Nimm zwei in Hannover... Ergo war der Auftakt der Wölfe weitestgehend auf Schadensbegrenzung ausgelegt, mehr gelang den glücklosen Gästen nicht.

Angesichts der Umstände nahm Dieter Hecking sein Team in Welpenschutz: „Kompliment, wie sie das gemacht haben mit zehn und mit neun Mann.“ Wolfsburgs Coach sah im ersten von insgesamt sechs niedersächsischen Duellen der 51. Bundesliga-Saison eine hektische und harte Partie, in der der VfL in den ersten Minuten forsch aufspielte und später bei Lattentreffern von Ja-Cheol Koo (49.) und Marcel Schäfer (85.) Pech hatte.

Schon vor der numerischen Überzahl waren die Hannoveraner stärker. Gegen neun Wolfsburger versäumten sie es jedoch, die Partie klarer zu gestalten. 96 vergab gleich mehrere gute Chancen. Trainer Mirko Slomka sagte später: „Wir haben ein bisschen Angst bekommen, dass wir mit zwei Mann mehr noch ein Tor kassieren.“

Zwischenzeitlich war es sehr hektisch. Vor allem vor dem Platzverweis von Arnold ging es hoch her, kam es zur so genannten Rudelbildung. Der Nachwuchsmann des VfL war mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf mit Karim Haggui gegangen, mehrere Spieler gerieten aneinander, ehe Schiedsrichter Felix Brych den VfL-Mittelfeldspieler vom Feld schickte. Die Entscheidung war genauso vertretbar wie der Platzverweis für den neuen VfL-Verteidiger Klose, der Mame Diouf vor der zweiten Gelben Karte nicht regelkonform attackierte.

Emotional ging es andererseits zu, wenn Diego am Ball war. Hannover agierte äußerst hart, attackierte den Wolfsburger Spielmacher sofort und einige Male im Grenzbereich. Der anfangs links spielende Brasilianer wiederum agierte zu oft umständlich, um Akzente zu setzen.

Zudem verlor Diego vor der 96-Führung unnötigerweise den Ball. Die Wölfe ließen sich vernaschen, der Ball zappelte erstmals in den Maschen. Andreasen, der mit Stindl eine starke Doppel-Sechs bildete, gewann den Zweikampf und schob nach einem schönen Zusammenspiel mit Diouf den Ball ins Tor. „Wir servieren ihnen das 1:0 auf dem Tablett“, kritisierte Hecking. Zum Ende der Partie traf Huszti nach Vorarbeit von Andre Hoffmann mit einem Tunnel gegen VfL-Keeper Diego Benaglio. Spätestens da war der Derby-Drops gelutscht.

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