Fußball – Bundesliga: Spätes 1:2 stürzt Wolfsburg in Krise

„Nichts gut“ – VfL verliert in Bremen

Mit gesenktem Kopf vom Feld: Nationalspieler und Weltmeister Julian Draxler bot eine enttäuschende Leistung beim 1:2 gegen Werder Bremen.
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Mit gesenktem Kopf vom Feld: Nationalspieler und Weltmeister Julian Draxler bot eine enttäuschende Leistung beim 1:2 gegen Werder Bremen.

dpa/mth Bremen. Den Profis des VfL Wolfsburg steht eine ungemütliche Woche bevor. „Das ist kein Auftritt, auf den ich stolz sein könnte.

Wir müssen noch mal Tacheles reden“, kündigte Trainer Dieter Hecking nach der bisher schlechtesten Saisonleistung in der noch jungen Spielzeit der Fußball-Bundesliga an. Dass sein Team nicht einmal das Geschenk durch ein Eigentor von Robert Bauer (69. Minute) verwerten konnte, hatte dem Coach gründlich die Laune verdorben. Stattdessen verlor der VfL durch Lennart Thy (86. ) und Theodor Gebre Selassie (90. +1) noch 1:2 (0:0) bei Krisen-Club Werder Bremen.

Zu Beginn einer Saison, in der alles besser werden sollte und in der ein Platz in einem internationalen Wettbewerb Pflicht ist, ist der VfL schon wieder in ein Formtief gerutscht. Die seit vier Spielen sieglosen Wolfsburger liegen mit nur fünf Punkten aus fünf Spielen mehr als deutlich hinter den hohen Erwartungen des Mutterkonzerns.

Volkswagen hat genug Schwierigkeiten. Die Manager des Konzerns wollen sich zumindest am Fußball erfreuen. Doch der VfL hat eine Einstellungs-Problematik. Wolfsburg trat im Vergleich zum bis Sonnabend Tabellenletzten Bremen wieder einmal leb- und lustlos auf.

Was eine Mannschaft mit Emotionen und Leidenschaft erreichen kann, zeigten die Gastgeber. „Der Gegner will es mehr als wir“, war einer der entscheidenden Sätze von Hecking. Der Coach stellte sich nach dem erschreckenden Auftritt nicht hinter die Mannschaft und sprach Klartext. „Es war von der ersten bis zur 90. Minute keine Leistung“, klagte Hecking. Gegen Bremen war „nichts gut“. Der verärgerte Coach erkannte ein „richtiges Defizit zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Das gelte es „schnell aufzuarbeiten“. Hecking, der bald selber unter Druck geraten könnte, kündigte für die kommende Woche an: „Es wird noch einige deutliche Worte geben.“

Am krassesten wurde der von Hecking beklagte Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit wieder einmal bei Julian Draxler deutlich. Vom Talent des hoch veranlagten Jungprofis war diesmal nichts zu sehen. Konstanz will der eigentlich wechselwillige 23-Jährige einfach nicht in sein Spiel bekommen. Nicht einmal Mittelmaß war der Auftritt des wertvollsten Spielers im VfL-Kader.

Manager Klaus Allofs, der sich an seinem langjährigen Arbeitsplatz im Weserstadion schon wieder als Krisen-Kommunikator betätigen musste, kommentierte den Auftritt fast bissig. „Er hat auch vergangene Saison nicht in jedem Spiel auf höchstem Niveau gespielt“, sagte der VfL-Geschäftsführer: „Wir wissen auch, was Julian noch fehlt.“ Zu sehen war auch, was Mario Gomez noch fehlt. Der Mittelstürmer der Nationalmannschaft agiert noch ohne Bindung zum Team und wartet weiter auf das erste Bundesliga-Tor für den VfL. Nach der Partie schwieg er ebenso wie Draxler. Stattdessen musste die Niederlage der Nachwuchsspieler Jannes Horn erklären, der zu seinem Startelf-Debüt kam und zu den wenigen Lichtblicken zählte.

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