Fußball – Bundesliga: Kontroverse Meinungen zum späten Aufreger / Schmadtke: „Kein ernsthafter Kandidat“ für Europa

Das Nicht-Tor: Für Petersen „ein Witz“, für VfL „einleuchtend“

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Er hat mich behindert: VfL-Torwart Koen Casteels (l.) beschwert sich nach dem vermeintlichen 4:3 bei Schiedsrichter Felix Brych. Das Tor wurde nicht gegeben.

Freiburg – Was wäre Fußball ohne kontroverse Meinungen. Selbstverständlich klafften diese am Samstag nach dem aberkannten Last Minute--Siegtreffer für den SC Freiburg auseinander.

Von Trainer Christian Streich einmal abgesehen, echauffierten sich alle Breisgau-Kicker über die Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych, der nach dem Gang in die Review-Area abgewunken hatte. Und der wiederum vom Begünstigten, dem VfL Wolfsburg, Zuspruch erhielt.

„Es ist ein Witz, da einzugreifen“, kritisierte Freiburgs Torjäger Nils Petersen und nannte die Szene einen „Stimmungskiller“. Auch Dominique Heintz motzte: „Das Tor muss natürlich absolut zählen!“ Dabei hätte er selbst Keeper Koen Casteels und Robin Knoche auf der Torlinie laut Brych „berührt und beeinflusst“ und obendrein „im Abseits“ gestanden. Auch Casteels bekräftigte: „Der Spieler (Heintz, Anm. der Redaktion) zieht mich an meinem linken Arm nach hinten weg, das habe ich dem Schiedsrichter gesagt.“ Das sah auch VfL-Sportdirektor Jörg Schmadtke so: „Es gab einen Kontakt. Und irgendwo muss man ja eine Grenze ziehen.“ Auch Leitwolf Bruno Labbadia empfand Brychs Veto als „einleuchtend“.

Und erhielt kein Kontra von seinem Pendant. SCF-Coach Streich fühlte nicht vom Unparteiischen um den ersten Rückrunden-Erfolg betrogen. Diplomatisch erklärte er: „Es ist extrem schwierig für die Schiedsrichter.“ Streich sprach von einer „Balance“, weil Wolfsburg womöglich noch einen weiteren Elfmeter hätte zugesprochen bekommen müssen in zwei strafstoßwürdigen Szenen gegen Wout Weghorst und Renato Steffen.

Wobei sich in diesem Fall der VfL-Torjäger benachteiligt fühlte. „Der Schiri hat gesagt, dass er es zu leicht findet“, sagte Weghorst. „Ob leicht oder nicht, es ist vielleicht ein Tor.“

Unter dem Strich stand ein Ergebnis, bei dem die Wolfsburger nicht wussten, ob sie sich freuen oder grämen sollten. Sie verpassten Big Points für die Europapokalplätze. Wobei sein Team dafür noch „kein ernsthafter Kandidat“ sei, erklärte Schmadtke gestern beim Sport1-Doppelpass. Auch Labbadia plädierte für Demut: „Wir sind nicht vermessen und denken, es geht jetzt von selbst.“  ib

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