Der nächste Level: Thoelkes schweres Auswärts-Debüt

+
Elfmeter? Marcel Schäfer geht mit viel Risiko in den Zweikampf mit Dennis Diekmeier, der Betzhorner Bjarne Thoelke greift in dieser Szene bei seinem Bundesliga-Auswärtsdebüt nicht ein.

Hamburg - Von Ingo Barrenscheen. Bjarne Thoelke kam sich vor wie in einem Computerspiel: In Level zwei steigt der Schwierigkeitsgrad. Wolfsburgs Trainer Felix Magath schmiss den Betzhorner Bundesliga-Bubi auch im Hamburger Hexenkessel ins Getümmel.

Der Traum geht also weiter. Profi-Vertrag, Debüt gegen Nürnberg und nun die Auswärts-Premiere in der Imtech-Arena unter den Augen seiner Familie, die sich dieses Spektakel nicht entgehen ließ. Dabei erhielt Thoelke den Vorzug vor dem gestandenen Marco Russ als Nebenmann von Griechen-Hüne Sotirios Kyrgiakos. „Er hat mir in der vergangenen Woche gefallen. Warum sollte er also nicht dabei sein“, stellte es Felix Magath fast wie eine Selbstverständlichkeit hin.

Das Lampenfieber ist noch längst nicht verflogen. „Ich war nervös, auch wenn man es mir vielleicht nicht angemerkt hat. Und das wird auch noch so weitergehen. Das Spiel war nochmal anders. Größer.“ Das traf auch auf die Qualität seiner Gegenspieler zu. Mladen Petric und speziell Paolo Guerrero, mit dem sich der 19-Jährige meist ein Privat-Duell lieferte, stellten Thoelke vor mächtig viel Arbeit. „Es war schwieriger als letzte Woche. Guerrero ist ein sehr guter Stürmer: Er schirmt den Ball gut ab, ist kopfballstark – er war schwer zu spielen“, schilderte der Innenverteidiger sein Machwerk.

Einige Male merkte man dem Youngster die fehlende Erfahrung an, von den Wacklern abgesehen aber bildete Thoelke mit dem Kyrgiakos ein solides Gespann. Beide tauschten sich auf englisch aus. „Die Verständigung ging gut“, sagte das am Taterbusch groß gewordene Talent. Bei seiner Spielanalyse traf Thoelke den Nagel auf den Kopf: „Hamburg hat sehr gut gespielt. Wir können uns über das Unentschieden eigentlich nicht beschweren.“

Ist der Betzhorner nun also sogar auf dem Weg zur Stammkraft beim VfL? „Dazu kann ich nicht viel sagen“, legte Thoelke den Ball in Magaths Hände. Bescheiden: Das entspricht seinem Charakter. „Ich bin ein Typ, der auf dem Boden bleibt.“ Und womöglich auch in der Startelf...

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare