Fußball – Bundesliga: Wout Weghorst erlöst VfL beim 1:0 gegen Union Berlin

Müde Wölfe klettern auf Platz zwei

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Das Tor des Tages: Wout Weghorst reagiert nach feiner Vorlage am schnellsten und trifft zum 1:0.

Wolfsburg – Was für eine tierisch gute Tabelle! Der gestrige Abschluss-Sonntag am siebten Spieltag der Fußball-Bundesliga hat ein durchaus überraschendes Spitzenduo zutage gefördert.

Nachdem die Fohlen von Borussia Mönchengladbach durch ein 5:1 über Augsburg an die Spitze galoppiert waren, nahmen die Wölfe direkt im Anschluss die Fährte auf. Durch ein vergleichsweise müdes 1:0 über den 1. FC Union Berlin geht der VfL Wolfsburg auf Platz zwei in die Länderspielpause. Noch vor den großen Namen wie Bayern München, Schalke 04 und dem nächsten Gegner RB Leipzig.

Kampf und Krampf: Aufsteiger Union Berlin schenkte dem VfL Wolfsburg (r. Josuha Guilavogui) nichts, stand aber am Ende mit leeren Händen da.

Den Siegtreffer für die weiter ungeschlagenen Grün-Weißen schoss Torjäger Wout Weghorst erst in der 69. Minute. Das ließ den VfL auch den Ärger über einen wieder zurückgenommenen Foulelfmeter vergessen (53.). Auch da stand Weghorst schon zur Ausführung bereit, als sich Schiedsrichter Bastian Dankert die Szene nach einem Hinweis seines Videoassistenten noch einmal am Spielfeldrand auf seinem Bildschirm ansah. Dort erkannte er dann: Weghorst hatte den Ball mit dem Ellbogen berührt, bevor er von Marvin Friedrich gefoult wurde.

„Wir haben verdient gewonnen. Auch wenn Union manches Mal gefährlich wurde“, urteilte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer, kritisierte aber die Chancenverwertung seines Teams. „Es wäre schön gewesen, wenn wir gleich in der Startphase unsere Möglichkeiten genutzt hätten.“ Platz zwei letztlich aber nur „eine schöne Momentaufnahme. Jetzt werden wir in der Länderspielpause erst mal ein wenig abschalten, um dann weiter zu punkten.“

Vor 27 012 Zuschauern hätte Wolfsburg dieses Spiel schon in den ersten zehn Minuten entscheiden können. Doch Verteidiger Robin Knoche (6.) und Weghorst (7.) vergaben gleich zu Beginn zwei große Chancen. Eine frühe Führung wäre an diesem Nachmittag das Beste gewesen, was den Wölfen hätte passieren können. Denn nicht einmal drei volle Tage nach der schweren Europa-League-Partie bei AS Saint-Etienne (1:1) fehlte ihnen erkennbar die Kraft, um die Berliner dauerhaft unter Druck zu setzen.

Die Eisernen machten dem VfL obendrein das Leben mit einer Fünferabwehrkette schwer und hatten dank ihrer vielen mitgereisten Fans auch akustisch so etwas wie ein Heimspiel. „Die Mannschaft hat das toll gemacht“, lobte Trainer Urs Fischer. „Wir haben heute in der Vorwärtsbewegung viele Akzente gesetzt, aber am Ende musst du auch mal einen reinhauen.“ Die erste Chance vergab Sheraldo Becker nach einem tollen Pass von Robert Andrich (15.). Nach einem Eckball für Union verpasste Neven Subotic den Ball im Fünfmeterraum nur um eine Fußspitze (31.).

Der VfL versuchte nach dem Wechsel noch einmal alles. Gerade als das Glasner-Team selbst den Glauben an einen Sieg zu verlieren schien, traf Weghorst zum erlösenden 1:0. Die bis dahin so schwache Partie nahm danach Fahrt auf, weil Union durch Marius Bülter zwei gute Chancen zum Ausgleich hatte (71., 80.) und Wolfsburg immer mehr Raum zum Kontern bekam. Am Ende war der Aufsteiger zu schwach, um den Wolfsburger Kräfteverschleiß zu nutzen.  dpa

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