Magathsches Selbstplagiat?

+
Das erinnert mehr als nur dunkel an das Jahr 2007: Damals holte Felix Magath mit dem VfL in der Hinrunde 20 Punkte – das wäre mit einem Sieg gegen Stuttgart erneut der Fall.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Felix Magath unter Plagiats-Verdacht! Nein, nicht was Skandal-Witterer jetzt meinen mögen. Anders als Karl Theodor zu Guttenberg schreibt der Fußball-Trainer nicht von Fremden, sondern womöglich selbsteigene Geschichte ab. Ein Sieg im morgigen Heimspiel (15.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart, und Magaths VfL Wolfsburg hätte 1:1 die gleiche Situation wie vor vier Jahren.

Rückblende: 2007 beginnt Magaths erste Amtsperiode bei den Wölfen. Diese waren gerade mit Ach und Krach dem Abstieg entronnen. Der Start: holprig. Vor dem Hinrunden-Finale weist Wolfsburg nur 17 Punkte auf. Dann ein 4:0 gegen Dortmund, „der alle beruhigt hat“, erinnert sich Magath. Am Ende der Serie schafft es der VfL sogar noch in die Europa League.

Gegenwart: Wieder liegt eine Last-Minute-Rettung hinter dem Verein, wieder puzzelt Magath wie wild die Aufstellungen durcheinander, wieder stehen die Grün-Weißen nach 16 Spielen mit 17 Punkten mehr als unbefriedigend da. Und wieder könnte ein Erfolgserlebnis die Gefühlswelt für die Winterpause (und vielleicht länger) schlagartig verändern.

Insofern spricht Magath selbst von einer „ähnlichen Ausgangslage“. Diese sei damals allerdings „völlig anders beurteilt“ worden, sieht der Coach auch Abweichungen. Unter den Fans hätte es große Ungewissheit gegeben, „weil alles neu war für den VfL. Auch mich hat man wesentlich skeptischer betrachtet als heute.“

Seit der Meisterschaft 2009 hat Magath in Wolfsburg ein Stein im Brett. Auf allen Ebenen. Bei jedem anderen Bundesliga-Klub wäre schon längst die Trainer-Frage aufgebrandet – nicht beim VfL. Doch ein Hoffnungsträger allein macht noch keinen zweiten Frühling, betont Magath. „Nach meiner Rückkehr herrschte deswegen große Euphorie, dass von selbst alles wieder in die richtigen Bahnen kommen würde. Es zeigt sich allerdings immer wieder, dass von alleine nichts geht, sondern dass man für den Erfolg arbeiten muss.“

Erste Anzeichen für diese Einsicht vermittelte das Wolfsburger Training unter der Woche. Dort sei zu sehen gewesen, „dass sich die Mannschaft der Lage bewusst ist“, meint Magath. „Die Spieler feuern sich an und pushen sich gegenseitig, weil sie die Situation erträglicher gestalten und somit eine freundliche Winterpause haben wollen.“ Alle seien mit den Gedanken voll und ganz beim VfL.

Bleibt zu hoffen, dass dies auch gegen Stuttgart der Fall ist. Dann könnte Magath beim Betrachten seines Hinrunden-Werkes wirklich denken: Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor...

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare