Magaths mentale Massage

+
Überwinden Diego (r.) und Co. die Hürde St. Pauli? Am Sonnabend ist der VfL zum Siegen verdammt.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Felix Magath ist dieser Tage weniger als Fußball-Lehrer denn als mentaler Physiotherapeut gefragt. Der Coach versucht händeringend, die Blockade des VfL Wolfsburg zu lockern. Wirklich lösen lässt sich die Verkrampfung aber nur mit einem Sieg im morgigen Schicksalsspiel (15.30 Uhr) gegen Kellerkonkurrent FC St. Pauli.

Die Nr. 16 der Tabelle gegen die Nr. 17 – beide punktgleich und mit den längsten Negativserien der Bundesliga (Wolfsburg fünf, St. Pauli sieben Spiele ohne Sieg) belastet. 90 Minuten im Zeichen der blanken Erstliga-Existenzangst. Die hat sich augenscheinlich in den Köpfen der Wölfe festgesetzt – auch Magath (zwei Punkte aus drei Spielen) hatte bisher keine heilenden Hände. Also versucht er es mit einem ungewöhnlichen Griff: Im Anschluss an das gestrige Nachmittags-Training ging es für die VfL-Profis direkt ab in ein Kurz-Trainingslager.

Dort will Magath Kopf-Massagen der etwas anderen Art verabreichen. „Je besser wir vorbereitet sind, umso leichter können wir in das Spiel gehen. Ich möchte, dass wir uns alle Hundertprozent auf die Partie konzentrieren und deswegen werden wir die nächsten zwei Tage zusammen verbringen“, erklärte der VfL-Coach. „So haben wir auch die Gelegenheit, uns miteinander auszutauschen.“

Der Abstiegsangst als zwölftem Gegenspieler steht das Publikum als zwölfter Mann gegenüber: Die ausverkaufte Arena soll ebenfalls ihr Scherflein zur Krisen-Bewältigung beitragen. „Unsere Fans werden die Mannschaft tatkräftig unterstützen, das wird ihr gut tun“, hofft Magath. Auch wenn es noch kein Endspiel sei („In der Regel fallen die Würfel erst am 34. Spieltag“), so kann Wolfsburgs Guru den Stellenwert nicht wegdiskutieren. „Es ist außer Frage eine wichtige Partie.“ An deren Ende nichts als ein Sieg stehen darf.

Für Überlegenheit und Lob wie bei einigen jüngsten Auftritten kann sich der VfL nichts kaufen. „Von daher wird es Zeit, dass wir uns dieses Mal nach dem Schlusspfiff wirklich über drei Punkte freuen können.“ Das würde Hemmungen abbauen, glaubt Magath. „Dann löst sich vieles und wir sind für die verbleibenden Spiele gut gerüstet.“ Andernfalls droht Wolfsburg im Hexenkessel ein gewaltiger Hexenschuss.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare