Magath: Ende der Shoppingtouren

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Felix Magath will zukünftig auf teure Stars und Egozentriker wie Diego verzichten und besser haushalten.

dpa Wolfsburg. Diego ist in Wolfsburg Geschichte. Ebenso große Shopping-Touren und fette Verträge. Das kündigte VfL-Herrscher Magath am Sonntag an. Diego ist zwar im Trainingslager dabei, steht aber vor der Rückkehr nach Brasilien. Ein Innenverteidiger soll noch kommen.

Nach der Korrektur des 15-Millionen-Euro-Missverständnisses Diego will Felix Magath einen Neuanfang mit Maß beim VfL Wolfsburg. Die früheren Shopping-Touren unter ihm selbst und Ex-Manager Dieter Hoeneß mit den Millionen des Mutterkonzerns VW sollen der Vergangenheit angehören. „Es wurde in den letzten Jahren sehr viel investiert. Jetzt geht es darum hauszuhalten“, sagte der Coach und Manager des Fußball-Bundesligisten am Sonntag vor der Abreise ins Trainingslager. Künftig sollten der finanzielle Rahmen des Clubs und die sportliche Leistung wieder im Einklang stehen.

Mit einem neuen hungrigen Team weitgehend ohne Egozentriker wie Diego und ohne satte Meisterspieler von 2009 will Magath den Fast-Absteiger zurück ins internationale Geschäft lotsen. „Dass wir nicht so weitermachen können wie bisher, das liegt auf der Hand. Deshalb müssen wir nun etwas Neues probieren, was natürlich noch viel Ungewissheit und Unwägbarkeiten bedeutet“, sagte Magath.

Für Diego gibt es dabei keinen Platz mehr. Die disziplinlose Diva hatte am Freitag im Form des Rauswurfs die Quittung für seine Eskapaden erhalten. Wegen der Flucht vor dem letzten Spiel der abgelaufenen Saison in Hoffenheim darf der Brasilianer in Wolfsburg nur noch trainieren. „Er ist ein ganz normaler Spieler von uns. Er trainiert so lange mit, wie er mit der Situation zurecht kommt. Er hat ein Anrecht darauf. Eingesetzt wird er in den Testspielen aber nicht“, sagte Magath.

Zwar fuhr Diego angesichts seines noch bis 2014 gültigen Vertrages mit ins Trainingslager nach Oeversee bei Flensburg, ist nun aber offiziell auf Vereinssuche. „Das Beste wäre es, wenn ich so schnell wie möglich einen neuen Verein finden würde“, sagte Diego. Nach seiner Ausbootung meldeten sogleich Botafogo aus Rio de Janeiro und Diegos Ex-Club FC Santos aus São Paulo Interesse an.

Der sprunghafte Anstieg des Gehaltsgefüges nach dem überraschenden Titel vor zwei Jahren war offenbar ein Grund für den sportlichen Absturz in den vergangenen zwei Jahren. „Das Gehaltsgefüge muss stimmen, deshalb haben wir auch bei Grafite nachgegeben“, sagte Magath.

Ob und wie der mögliche Erlös bei einem Diego-Verkauf für Ersatz reinvestiert werden soll, ließ Magath offen: „Ich will die Eindrücke der Vorbereitung abwarten.“ Fest steht nur, dass Wolfsburg unabhängig vom erneuten Ausfall von Nationalspieler Arne Friedrich (Rücken) auf der Suche nach einem Abwehrmann ist. „Dass wir gerade in der Innenverteidigung zu dünn besetzt sind, hatte ich ja schon vorher gesagt“, bestätigte Magath.

Auf dem Weg ins Trainingslager nach Oeversee bei Flensburg gewann der VfL ein Testspiel beim Bezirksligisten Eckernförder SV mit 10:1. Tore: Dejagah (3), Helmes (2), Mandzukic (2), Kahlenberg (1), Klich (1), Lakic (1).

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