Mach’s noch einmal, Graffa!

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Seine Angriffs-Wucht ist auch im Zitter-Finale gefragt: VfL-Stürmer Grafite (r.) soll seinen Klub wie schon in der Vorsaison in Hoffenheim zum Sieg und damit zum Klassenerhalt schießen.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Psycho-Thriller laufen eigentlich immer am späten Abend. Am kommenden Sonnabend aber ausnahmsweise schon um 15.30 Uhr. Nicht im Fernsehen, sondern in drei Arenen der Fußball-Bundesliga. Der Abstiegskampf lässt drei Klubs erzittern. Darunter den VfL Wolfsburg.

Das Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim wird zum puren Nerven-Finale. Eine Suppe, die sich die Wölfe mit dem unerklärlich leb- und hilflosen Auftritt gegen Lautern (1:2) selbst eingebrockt haben. Felix Magath zeigte nullkommanull Verständnis und nahm sich die VfL-Versager zur Brust. „Nach den Siegen gegen Köln und Bremen habe ich doch als Spieler eine breite Brust, da renne ich den Gegner nieder“, meinte er. Stattdessen hätte der eine oder andere so getan, „als wäre es nur ein Freundschaftsspiel“. Die Tatsache, dass Wolfsburg in dem so wichtigen Heimspiel nicht eine gelbe Karte kassierte, nahm er als Nachweis für fehlendes Engagement.

Im unerbittlichen Abstiegskampf ist der VfL auf Kämpfernaturen und starke Persönlichkeiten angewiesen. Typen wie Josué, findet Magath. „Von diesem Charakter brauchen wir noch Spieler.“ Umso mehr hofft er, dass der angeschlagene Mittelfeld-Abräumer bis zum Finale am Sonnabend wieder fit wird.

Eine weitere Schlüsselfigur im Kampf um den Klassenerhalt soll Grafite werden. Magath wiederholte seine Aussagen von Sonnabend, dass der bullige Brasilianer gegen den FCK schmerzlich vermisst wurde. „Er steht ja immer in der Kritik. Aber spätestens dieses Spiel hat wohl deutlich gezeigt, wie sehr wir Graffa brauchen und dass er in dieser Mannschaft nicht zu ersetzen ist“, unterstrich der VfL-Coach. An der Seite von Mario Mandzukic, der sich gestern im Training äußerst treffsicher zeigte, soll er die Wölfe zum Klassenerhalt schießen.

In der Vorsaison erzielte Grafite beim 2:1-Erfolg in Sinsheim übrigens das entscheidende Tor. Damals hatte ihm Trainer Armin Veh zuvor einen Heimat-Urlaub verordnet, um den Kopf frei zu kriegen. Grafite kam zurück und traf gegen Hoffenheim. Nun feiert er sein Comeback nach Gelbsperre. Und ganz Wolfsburg denkt: Mach’s noch einmal, Graffa!

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