Losgelöst trifft aufgelöst

Wolfsburg feiert gegen Werder zweithöchsten Bundesliga-Sieg

Das Unheil nimmt seinen Lauf für Werder Bremen: Alejandro Galvez unterläuft in dieser Szene das Eigentor zum 1:0 für Wolfsburg. Am Ende feierte der VfL einen 6:0-Kantersieg.
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Das Unheil nimmt seinen Lauf für Werder Bremen: Alejandro Galvez unterläuft in dieser Szene das Eigentor zum 1:0 für Wolfsburg. Am Ende feierte der VfL einen 6:0-Kantersieg.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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dpa/ib Wolfsburg. Völlig losgelöst nach der Erdung. Major Dieter Hecking hat den VfL Wolfsburg mit seiner scharfen Kritik nach den Schlapp-Leistungen zuvor offenbar angestachelt.

Die 6:0 (2:0)-Gala am Sonnabend im Nordderby gegen Werder Bremen bedeutete für die Wölfe den zweithöchsten Bundesliga-Sieg aller Zeiten!.

Die Wolfsburger Fans jedenfalls hatten ihren Spaß. „Einer geht noch, einer geht noch rein“, hallte es durch die VW-Arena. Und es hätten tatsächlich noch mehr Treffer als das halbe Dutzend sein können. Mit dem Kantersieg verlängerte sich zugleich Heckings Siegesserie gegen Werder: Sechstes Spiel, sechster Sieg für den VfL-Coach gegen Bremen.

„Wir haben im richtigen Moment die Finger gehoben“, sagte der VfL-Coach nach dem spektakulären Erfolg. Wolfsburg ging vor 30 000 Zuschauern durch ein Eigentor von Alejandro Galvez (11.) in Führung. Danach trafen Max Kruse (44., 87.), Vieirinha (56.), Josuha Guilavogui (67.) und Bas Dost (78.). Damit festigten die Wölfe ihren dritten Tabellenplatz gegen wohl gemerkt erschreckend schwache Gäste.

Bremen kam gegen den permanent drückenden Champions League-Starter kaum zum Durchatmen. Eine Angriffswelle nach der nächsten schwappte über das hoffnungslos überforderte Team von der Weser hinweg. Die ersten Chancen nach Flanken vom besten Wolfsburger Marcel Schäfer blieben zunächst ungenutzt. Die Treffer in Hälfte eins fielen dann durch ein Eigentor nach Christian Träschs Hereingabe sowie einen Kopfball von Kruse, der einen Freistoß von Vieirinha nutzte.

Letzterer drückte nach Wiederbeginn eine erneut schöne Schäfer-Flanke zum 3:0 über die Linie. „Das dritte Tor war der Punkt“, analysierte Werder-Coach Viktor Skripnik.

Danach war es tatsächlich noch leichter für den VfL. Zugabe waren der Treffer von Guilavogui nach Flanke des ebenfalls eingewechselten Andre Schürrle und Bas Dosts Treffer nach Kruse-Vorarbeit. Den Abschlusstreffer erzielte Kruse nach Vorarbeit von Schürrle. Die Bremer hingegen absolut harmlos.

Wolfsburgs Abwehrchef Naldo hatte nicht viel zu tun und konnte genießen, dass sich sein Vertrag am Sonnabend um ein Jahr verlängert hat. Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein absolvierte der 33 Jahre alte Verteidiger das 20. Pflichtspiel der laufenden Saison, wodurch eine Klausel in seinem Kontrakt wirksam wurde.

Auch im Vorfeld des Spiels in Wolfsburg waren die verschärften Sicherheitsvorkehrungen nicht zu übersehen. Es gab eine „erhöhte Präsenz der Polizei“, sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs. Einige Beamte trugen Maschinenpistolen. Zudem waren die Einlasskontrollen nach der Absage des Länderspiels in Hannover durch den Sicherheitsdienst des VfL verschärft worden. Autos, die auf den VIP-Parkplatz fuhren, wurden durchsucht. Die Zuschauer abgetastet. Vor dem Stadion bildeten sich lange Schlangen, die sich rechtzeitig zum Anpfiff auflösten.

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