Leblose Wölfe erleben Super(breis)gau

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Mut- und lebloser Auftritt in Freiburg: Da müssen sich Wolfsburgs Spieler (Diego Benaglio) an die eigene Nase fassen.

dpa/ib Freiburg. Leblos, mutlos, chancenlos: Der VfL Wolfsburg hat bei der 0:3 (0:2)-Pleite beim SC Freiburg ein desolates Bild abgegeben. Schon wieder! Weder die Ein- und Verkäufe der vorangegangenen Tage noch eine völlig neu formierte Abwehr haben den Absturz der Wölfe stoppen können. Die Tore von Oliver Barth (30.), Erik Jendrisek (40.) und dem ehemaligen VfL-er Cedrick Makiadi (59.) sorgten für den Super(breis)gau.

Die Wolfsburger spielten wie schon bei der 1:4-Packung in Gladbach ohne Herz, Mumm und Verstand. Das Tempo: viel zu behäbig. Ein taktisches Konzept nicht zu erkennen. Die Folge: Der Meister von 2009 steht jetzt auf Platz 15 statt auf einem Europacup-Rang, läuft seinen hohen Ansprüchen meilenweit hinterher.

Gemessen daran ist es nur eine Randnotiz, dass diese Niederlage auch eine ungewöhnlich schwarze Serie fortsetzte. Der VfL hat noch nie in seiner Bundesliga-Geschichte in Freiburg gewonnen. „Es ist ja traditionell so, dass der VfL Wolfsburg in Freiburg nichts holt“, sagte Trainer Felix Magath – es klang fast wie eine Ausrede... „Uns fehlt die mannschaftliche Geschlossenheit. Wir haben noch nicht die Stabilität, um einen Rückstand wieder wettzumachen.“

Für die Freiburger war es dagegen ein Freudentag. Sie feierten den ersten Saisonsieg unter ihrem neuen Trainer Marcus Sorg und richten sich immer mehr darauf ein, dass ihnen ihr umworbener und wechselwilliger Torjäger Papiss Demba Cissé erhalten bleibt. „Es gibt nicht mal in Ansätzen ein Angebot, das uns gefällt“, meinte Sportdirektor Dirk Dufner.

Der Sport-Club bewies vor 20 000 Zuschauern, dass es auch ohne Tore von Cissé geht. Die mit einem neuen, stabilisierend wirkenden 4-2-3-1-System angetretenen Freiburger waren deutlich engagierter und schwungvoller als ihr blutleerer Gegner und hätten schon zur Pause höher führen können als nur mit 2:0. Aber Cissé schoss nur an den Pfosten (24.) oder knapp am Tor vorbei (45.+2). Trotzdem: „Wir haben uns endlich einmal belohnt“, sagte Sorg.

Magath hatte zuvor vor allem auf dem Transfermarkt nichts unversucht gelassen, um den VfL wieder auf Kurs zu bringen. Simon Kjaer wurde nach Rom abgeschoben, mit den am Sonnabend debütierenden Hrvoje Cale und Sotirios Kyrgiakos kamen dafür nach Thomas Hitzlsperger die nächsten beiden erfahrenen Profis.

Bis zum Ende der Wechselfrist möchte Magath am liebsten noch weitere Spieler ein- und verkaufen, aber am erschreckenden Gesamteindruck seines Teams haben diese Umbauarbeiten bislang nichts geändert. Die neue Innenverteidigung mit Kyrgiakos und Alexander Madlung wirkte genauso unsicher wie das Duo Kjaer/Russ. Vor allem aber gab es keinerlei Aufbäumen gegen das nächste Debakel. Das Mittelfeld lag praktisch konzeptlos brach, der Sturm hing so in der Luft. Ein erschreckendes Bild.

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