Fußball – Bundesliga: Origis Tor in Nachspielzeit verlängert Wolfsburgs Remis-Serie

So langsam wird’s unheimlich

Besser spät als nie – dank Divock Origi (2. v. l.): Wolfsburgs Edeljoker bejubelt sein Last Minute-Tor zum 1:1-Ausgleich auf Schalke mit John Anthony Brooks. Es war das sechste Unentschieden in Serie für den VfL.
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Besser spät als nie – dank Divock Origi (2. v. l.): Wolfsburgs Edeljoker bejubelt sein Last Minute-Tor zum 1:1-Ausgleich auf Schalke mit John Anthony Brooks. Es war das sechste Unentschieden in Serie für den VfL.

dpa/ib Gelsenkirchen. Unheimliche Dinge sind in den Tagen rund um Halloween nichts Ungewöhnliches. Auch der VfL Wolfsburg mutierte am Samstag zur gespenstischen Erscheinung. Wieder ein Unentschieden. Das mittlerweile sechste in Folge unter Trainer Martin Schmidt.

Fast hätte der FC Schalke 04 dem Spuk ein Ende bereitet, doch mit seinem Tor in der dritten Minute der Nachspielzeit fügte Joker Divock Origi der unendlichen Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu und ließ den Königsblauen nach einem kuriosen Bundesliga-Spiel mit zwei Videobeweisen und zwei Elfmetern einen Schauer über den Rücken laufen.

Vor 60 429 Zuschauern hatte Nabil Bentaleb Schalke per Strafstoß in der 44. Minute zunächst in Front geschossen. Nach einer Ecke und einer undurchsichtigen Situation im Wolfsburger Strafraum befragte Schiedsrichter Markus Schmidt zunächst den Videoassistenten. Der plädierte für Strafstoß, weil Josuha Guilavogui Gegenspieler Thilo Kehrer gehalten hatte. Bentaleb ließ sich diese Chance zum verdienten 1:0 kurz vor der Pause nicht entgehen.

Kurios: Der genesene Mario Gomez hatte in der 60. Minute die große Chance zum Ausgleich vergeben, als er einen Elfmeter über das Tor hämmerte. Auch hier war das vermeintliche Vergehen mit bloßem Auge nicht zu sehen. So erkannte Schmidt (Stuttgart) zum zweiten Mal nach Video-Studium auf Strafstoß. Naldo hatte den Ball und Yannick Gerhardt aus dem Weg geräumt. Dabei blieb die Aktion des Ex-Wolf´sburgers ohne Folgen, weil Gomez verschoss.

Für die Wölfe war es nach acht Niederlagen am Stück auf Schalke der erste Punktgewinn. Schmidt merkte angesichts seiner chronischen Ergebnis-Kette an: „Mittlerweile bin ich gewohnt, Unentschieden zu kommentieren. Ich sehe es so, dass wir sechsmal nicht verloren haben. Aber mit den Pünktchen kommen wir dahinten nicht weg. Irgendwann werden wir den Bock umstoßen.“

Er hatte Liverpool-Leihgabe Origi und auch Top-Scorer Daniel Didavi zunächst auf der Bank gelassen. Mit ihrer Einwechslung in der Schlussphase kam dann noch einmal viel Bewegung in die VfL-Offensive. Der Lohn war der späte Ausgleich. Zunächst hatte Schmidt neben Yunus Malli und Gomez auch Comebacker John Anthony Brooks den Vorzug gegeben – für ihn musste Robin Knoche weichen.

Auch ohne Nationalspieler Leon Goretzka (muskuläre Probleme) war Schalke – nach schleppender Anfangsphase – lange überlegen und dominierte das Spiel mit viel Ballbesitz. „Es war vielleicht die beste erste Halbzeit, seit ich Trainer auf Schalke sein darf“, sagte Domenico Tedesco. Der VfL war nur einmal vor dem Kasten der Knappen aufgetaucht: Ein Kopfballtreffer von Gomez wurde wegen Abseits nicht anerkannt (13.). Schalke indes besaß Chancen durch Franco di Santo (19.) und Amine Harit (29.).

Nach dem Wechsel wurde der VfL dann etwas aktiver, strahlte allerdings lange Zeit kaum Torgefahr aus. Bis eben zur besagten Stocher-Szene in der Nachspielzeit. Tedesco: „Wir haben den Sieg ein Stück weit schon gespürt, müssen den Punkt aber letztlich akzeptieren. Wolfsburg hatte am Ende unfassbare Qualität auf dem Platz. Deswegen ist Kritik heute nicht angebracht. Wir haben alles rausgepustet.“

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