Lakic mal nicht „lucky“: Doch er glaubt an VfL

+
Gesenkter Blick, verhaltene Freude: Lauterns Noch-Stürmer Srdjan Lakic (4. v. r.) hielt sich mit mit seinem Jubel zurück und war alles andere als überglücklich über sein Tor gegen seine zukünftigen Wolfsburger Mitspieler.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Seine Mitspieler rufen ihn nur „Lucky“. Doch glücklich (so die Übersetzung) war Srdjan Lakic ganz und gar nicht. Ausgerechnet der künftige Wolfsburger stellte den Erstliga-Verbleib des VfL mit seinem Tor für Noch-Klub Kaiserslautern gewaltig in Frage.

Lakics leicht gequälter Gesichtsausdruck in den Katakomben verriet alles über seine Zwickmühle. Den FCK hatte er mit dem Kopfball zum 1:1 gerettet, den künftigen Arbeitgeber aber mitten ins Herz getroffen. „Ich kann nicht sagen, dass ich überglücklich bin“, seufzte der Lauterer Torjäger nach seinem 15. Saisontreffer, für den er sich fast schon bei ganz Wolfsburg entschuldigte. „Es war keine einfache Situation für mich und ist es jetzt nach dem Spiel auch nicht“, gab der 25-Jährige kleinlaut zu. Mitspieler Christian Tiffert konnte das nachempfinden. „Es ist beschissen für ihn“, so sein drastischer Kommentar. Nach seinem Nadelstich in der 25. Minute hatte Lakic keine Gefühls-Regung gezeigt, die Glückwünsche seiner Teamkollegen ja fast schon abgewehrt. Aus Respekt vor dem VfL.

Dem Verein, zu dem er sich schon im Winter mit seiner Vertragsunterschrift bis 2015 bekannte und das Ganze mit einem Foto an der Seite von Dieter Hoeneß samt Wolfsburger Trikot dokumentieren ließ. Ein Bild, mit dem er damals die Lauterer Fans gegen sich aufbrachte. Am Sonnabend feierten sie ihn. „Bei unseren Fans hat er dadurch Heldenstatus erlangt“, meinte Tiffert. Eher ein tragischer und immer noch gekränkter Held. Denn Lakics (Abschieds-)Botschaft an die Pfälzer Anhänger klang nicht wie eine Liebeserklärung: „Diejenigen, die mich beschimpft haben, sollen sich was schämen.“ Er stehe nach wie vor „mehr als 100 Prozent hinter der Entscheidung“ pro VfL. „Ich bereue das nicht. Ich habe das Foto für meine Zukunft gemacht. Was damals passiert ist, hat mich nur stärker gemacht.“

Allerdings ist immer noch ungeklärt, ob der Wechsel des Kroaten im Fall des Wolfsburger Abstiegs überhaupt zustande kommt. Lakic gab bezüglich der Vertragsinhalte nichts preis. „Das ist eine hypothetische Frage. Ich bin überzeugt, dass Wolfsburg drin bleibt und freue mich auf die nächste Saison.“ Die Aussagen von Lauterns Trainer Marco Kurz jedenfalls ließen darauf schließen, dass Lakics Kontrakt kein Schlupfloch hat. Er beglückwünschte den VfL zu „einem Topstürmer von Format“. Lakic hätte eine „Top-Einstellung“. Das unterstrich er zu seinem eigenen Leidwesen am Sonnabend...

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare