Fußball – Bundesliga: Wolfsburgs Chefcoach Glasner begrüßt schwierige Aufgabe bei Hertha BSC

„Das lässt unsere Antennen scharf und spitz sein“

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Eine Bauchlandung wollen John Anthony Brooks (r.) und der VfL in Berlin (Vedad Ibisevic) nicht erleben.

Wolfsburg – Die Tabelle? Oliver Glasner hat sie nach eigenem Bekunden noch keines Blickes gewürdigt. Warum auch!? „Das ist für uns unrelevant. Interessant wird’s Mitte Mai, nach dem 34. Spieltag. Dann wird abgerechnet.

Vorher macht es keinen Sinn draufzuschauen“, erklärte der neue Chefcoach des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg vor dem Gastspiel am morgigen Sonntag bei Hertha BSC Berlin (18 Uhr).

Aktuell wären die Wölfe, wie schon am Ende der Vorsaison, als Sechster erneut für den Europapokal qualifiziert. Doch eine Schwalbe macht bekanntlich keinen goldenen Frühling. Und so gilt es für die Grün-Weißen, die ersten zarten Knospen aus den Spielen in Halle (Pokal) und gegen Köln (2:1) weiter zu einer vielleicht neuen Blütezeit wachsen zu lassen. Auf das Klassement hätte seine Mannschaft direkt keinen Einfluss, meinte Glasner. Aber indirekt durch Leistung auf dem Platz. Diese war beim Auftakterfolg über die Geißböcke ordentlich, aber noch ausbaufähig. Gut möglich, dass die Wolfsburger morgen im Abschlussmatch des zweiten Spieltags auch noch mehr gefordert werden. Immerhin sorgte die Hertha mit dem 2:2 beim Meister aus München für das Auftakt-Achtungszeichen. Die alte Dame hätte sich aber auch schon in der Vorbereitung gut präsentiert, ergänzte Glasner. „Berlin hat immer Phasen in einer Saison, wo sie ganz vorne mitspielen können, sie haben es bislang nur noch nie ganz durchziehen können.“ Erwischt der VfL die Hauptstädter in einer dieser Hochphasen, wird’s knifflig. Für den Leitwolf kein Problem. „Gut so, wenn es eine schwierige Aufgabe wird. Das lässt die Sinne, unsere Antennen scharf und spitz sein.“

Glasner und sein Stab werden genau hinschauen, welchen Akteuren sie diesen Kraftakt am ehesten zutrauen. Der Nachfolger von Bruno Labbadia stellte klar, dass die Köln-Sieger keinen Freibrief für Sonntag haben. „Es heißt nicht, dass die Elf, die am vergangenen Spieltag gewonnen haben, automatisch in der Woche darauf wieder spielen. Es gilt immer wieder, sich zu zeigen.“ Zudem könnte der Österreicher mit seinen Assistenten „neue Ideen mit Blickrichtung Gegner entwickeln. So überlegen wir die ganze Woche, was kann wie gut zusammenpassen und entscheiden über eine erste Elf.“

Der durchaus üppige Kader bereite dem Trainerteam derzeit auch viel Freude, bekräftigte Glasner. „Die Spieler sind voll bei der Sache, jeder zeigt mir, er will in den Kader, er will in die erste Elf.“ Dass es dabei auch Härtefälle gibt wie aktuell etwa den in der Vorsaison starken Admir Mehmedi, haben die Verantwortlichen bewusst so gesteuert. Immerhin könnten für den ein oder anderen Nationalspieler allein im Herbst bis zu 30 Pflichtspiele anstehen. „Unser Ansinnen war, jede Position doppelt und manche dreifach zu besetzen“, so Glasner. Da er die Qual der Wahl hat, verlangt es ihn auch bis zum nahenden Ende der Transferperiode nicht nach weiteren Verstärkungen. Augenzwinkernd meinte der 44-Jährige: „Mein Wunschzettel im Nachtkästchen geht schon ans Christkind...“

Gut sieht es übrigens für Sonntag bei Wout Weghorst und Renato Steffen aus, die am Donnerstag die Einheit abgebrochen hatten. Beide trainierten gestern schon wieder mit dem Team.  ib

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